Von A wie Amsel bis Z wie Zilpzalp

Im Januar können wieder Vögel gezählt und Sichtungen gemeldet werden

Gleich zum Jahresauftakt, am zweiten Januar-Wochenende eines noch ganz jungen 2021, können wieder Vögel gezählt und beim NABU gemeldet werden. Das Beste daran: Man beteiligt sich an der größten wissenschaftlichen Mitmachaktion Deutschlands, das Zweitbeste: Mitmachen geht auch in Pandemie-Zeiten.

Foto: Pixabay

Vom 8.-10. Januar kann in Deutschlands Gärten, auf Balkonen und in Parkanlagen die Vogelwelt gezählt und die Ergebnisse dem NABU gemeldet werden. Der sinnvolle Spaß für die ganze Familie kann am Standort der eigenen Wahl in Siedlungsgebieten stattfinden. Der NABU bietet dazu umfangreiches Recherchematerial, denn gemeldet werden kann was gehört und gesehen wird. Um die Sichtung oder das Gehörte korrekt einordnen zu können eignen sich die zahlreichen Fotos, Beschreibungen, Videos und Aufnahmen von Vogelstimmen.

Von A wie Amsel……
Foto: Pixabay

„Die Stunde der Wintervögel“, wie die Aktion korrekt heißt, findet zum elften Mal statt. Im letzten Jahr hatten sich rund 143 000 Menschen überall in der Republik beteiligt. 6500 Vogelfreunde davon kamen aus Brandenburg. Der Haussperling war der Spitzenreiter bei den Sichtungen in Brandenburg. Gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling.

bis Z wie Zilpzalp
Foto: Pixabay

Wichtig sind die gesammelten Daten auch immer wieder im Zusammenhang mit Vogel-Erkrankungen. So wird in diesem Winter die Anzahl der Blaumeisen-Sichtungen besondere Aufmerksamkeit bekommen, sagt Christiane Schröder, Geschäftsführerin des NABU Brandenburg. „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Fachleute ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist, so Schröder weiter. Dazu kommen weitere Erkenntnisse, zum Beispiel die Auswirkungen des Klimawandels. So konnten Fachleute des NABU anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

Gesucht: Die Meisen
Foto: Pixabay

Lust zum Mitmachen? Dann weitere Informationen und Meldeunterlagen unter: www.NABU.de anfordern. Übrigens, vom 11.-15.Januar können auch Schulklassen an der Aktion teilnehmen und ihre Ergebnisse online an den NABU weiterreichen.

Die Sperlinge sind nicht nur süß, sondern auch Favorit auf Platz 1
Foto: Pixabay

„Wir sind überwältigt“

Der Spenden-Drive-In im Tierheim war ein voller Erfolg

Falkensee.   Bereits an der Zufahrt zum Tierheim stehen zwei Ehrenamtliche, warm eingepackt, dicke Jacke, Mütze und der Gesichtsschutz hält auch gleich die Nase warm. Sie weisen die anfahrenden Autos ein, kleine Biege in den Hof. Ganz nebenbei konnte hier bestaunt werden, wie schnell so ein Kreisverkehr aus dem Boden gestampft werden kann. Am Tisch, hinter dem weitere Ehrenamtliche stehen, geht die Scheibe auf der Fahrerseite runter. Ein Briefumschlag wird herausgereicht oder der Kofferraum geöffnet oder auch beides. Öffnet sich die Klappe am Heck sind die nächsten helfenden Hände zur Stelle und laden aus. Rund 150 Mal wurde diese Choreografie wiederholt, etwa so viele Autos fuhren in den drei Stunden des Spenden-Drive-In vor. Ein toller Erfolg, sagt Tierheimleiterin Heike Wegner. Die Rührung über so viel Anteilnahme steht ihr förmlich ins Gesicht geschrieben, dass kann auch die Stoffmaske nicht verbergen.

Anstehen beim Spenden drive in im Tierheim Falkensee
Foto: Silvia Passow

Corona bringt die Vereinskassen an ihre Grenzen. Den Vereinen fehlten in diesem Jahr die Möglichkeiten sich und die eigene Arbeit vorzustellen, auf Sommerfesten oder Veranstaltungen. Besuche wurden reglementiert oder ganz runtergefahren, auch hier haben die Gäste schon mal Bares in die Spendendosen gegeben. Auch die Urlaubsbetreuung für Tiere fiel mau aus, die Leute fuhren kaum in den Urlaub. Und dann kam auch noch der Wasserschaden dazu, durch einen Wassereinbruch ist das Hundehaus gesperrt. Die Tiere im Tierheim und die Ehrenamtlichen brauchten die Hilfe aus der Bevölkerung und die kam.

Süße Tassen und bildschöne Kalender gab es auch zu kaufen
Foto: Silvia Passow

Ein ganzer Raum füllte sich im Laufe des Tages bis unter die Zimmerdecke. Handtücher, Kissen, Deckchen, Körbchen und Kratzbäume, Reinigungsmittel. Jede Menge Futter für Hund und Katz, dazu packten Wegner und ihr Team immer wieder liebevolle Grußbotschaften aus, Kaffee und Süßigkeiten für die Helfer.

Fleißig ausladen. Rund 150 Fahrzeuge fuhren innerhalb der drei Stunden vor. Wie im Adventskalender, hinter jeder Heckklappe eine neue Überraschung.
Foto: Silvia Passow

Zu Tränen gerührt haben im Tierheim die Nachwuchs-Tierschützer. Kinder, die mit ihren Eltern kamen und einen Teil des Ersparten brachten. Ein Mädchen hatte eine Spendenaktion gestartet und brachte die randvoll gefüllte Spendendose vorbei. „Wir sind absolut überwältig“, sagt Wegner und fügt hinzu, dass es sich bei den Sachspenden um hochwertige Waren handelt. „Überwältigt“, sagt auch Vivien Mödebeck, zweite Vorsitzende des Tierheims und gleichnamigen Tierschutzvereins. Sie alle danken ganz herzlich.

Und soooooo schööööööönnnnnn verpackt
Foto: Silvia Passow

Handwerker mit Herz für Tiere gesucht

Ab Mitte Dezember ist erstmal Vermittlungsstopp, dann werden keine Tiere mehr ins neue Zuhause gegeben. Gehen Hund, Katz, Hamster oder Sittich in ihre neue Heimat sollen sie neue Familienmitglieder werden und keine Geschenke. Durch die Corona-Pandemie ist es zurzeit nicht möglich neu ins Team der Ehrenamtler einzusteigen. Anders sieht es für Menschen mit Talent zum Kabel verlegen, Regale anbringen, Wände streichen und sonstigen handwerklichen Qualitäten aus. Handwerker mit Herz für Vierbeiner werden dringend gesucht. Es gibt sogar eine eigene Werkstatt auf dem Gelände!

Stellvertretend für alle sagen sie DANKE!!!!!
Foto: Silvia Passow

Verbändebündnis fordert: Brandenburger Jagdgesetz muss natürliche Waldentwicklung ermöglichen und zum Artenschutz beitragen

Pressemitteilung des NABU Brandenburg vom 15. Dezember 2020

 Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) haben sich erstmals Brandenburger Umwelt-, Waldbesitzer- und Jagdverbände zu einer gemeinsamen Position zum Jagdgesetz zusammen gefunden. Mit einer Stellungnahme fordern ANW, BUND, NABU, der Waldbauernverband und der Ökologische Jagdverein den Landtag auf, das Jagdgesetz, dessen Novellierung im Koalitionsvertrag festgelegt ist, an der Entwicklung von klimastabilen Mischwäldern und Artenschutz auszurichten.

Der Umbau der brandenburgischen Kiefernforsten zu klimaangepassten Mischwäldern ist in der notwendigen Dimension und Geschwindigkeit allein durch Pflanzungen nicht zu schaffen. Zur Zeit werden jährlich 2.140 Hektar Forst umgewandelt. Bei dieser Geschwindigkeit würde es noch 234 Jahre dauern, bis der gesamte Brandenburger Wald umgebaut ist.  Auch wenn Pflanzungen aufgrund bestimmter Gelände- und Standorteigenschaften notwendig sind, ist die natürliche Verjüngung unverzichtbar. Diese wird aber durch den hohen Wildbestand verhindert. Das belegt die 3. Bundeswaldinventur. Die Jagd soll sich daher auf die Interessen der wirtschaftenden Betriebe zur Entwicklung von klimastabilen und gemischten Wäldern und einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft fokussieren.

 „Die Interessen vieler Jagdpächter stehen einer natürlichen Waldentwicklung diametral entgegen. Die meisten Jagdpächter wollen einen hohen Wildbestand, um häufig bei der Jagd erfolgreich zu sein.  Das bedeutet aber, dass viele Jungbäume vom Wild gefressen werden. Zu viele, um den dringend benötigten Waldumbau voran zu bringen. Das neue Jagdgesetz muss hier stärker regulierend eingreifen“, so Carsten Preuß, Vorsitzender des BUND Brandenburg.

 „Waldbesitzer und Jäger, die zur natürlichen Waldentwicklung und zum Artenschutz beitragen wollen, müssen dies auch realisieren können. Deswegen müssen wesentliche Punkte des Brandenburger Jagdgesetzes geändert werden“, so Dietrich Mehl, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW). Jedem Waldeigentümer und -besitzer muss die Jagd auf seinen eigenen Flächen erlaubt sein. Die gesetzlichen Mindestpachtzeiten sind abzuschaffen, denn sie machen es dem Waldeigentümer schwer, den Jagdpächter zu wechseln, wenn dieser nicht in seinem Sinne handelt.

Ein wesentlicher Grund für den hohen Wildbestand ist die sogenannte Kirrung, also die Fütterung des Wildes zum Zwecke der Bejagung. Das Verbändebündnis fordert ein Verbot der Kirrung. Außerdem sind die bestehenden Abschusspläne abzuschaffen, denn sie sind zu langfristig angelegt und haben nicht die notwendige Reduzierung von Rot-, Dam- und Rehwild gebracht. Stattdessen soll die Bejagung auf der Basis von behördlich durchgeführten Vegetationsgutachten und Wildzustandsberichten erfolgen.

Um den Artenschutz zu verbessern, wollen die Verbände die Jagd auf Zugvögel komplett verbieten lassen. Wildarten, die dem Artenschutz unterliegen, wie z.B. der Iltis, seien aus dem Jagdrecht zu nehmen. Eine eventuell notwendige Regulierung dieser Arten unterliege dem Naturschutzrecht.

Zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt sollte nach Ansicht des Bündnisses die Jagd mit bleihaltiger Munition ausnahmslos verboten werden. Das giftige Schwermetall verbleibt zu großen Teilen in der Natur, gelangt in Gewässer, Moore und Feuchtwiesen und belastet das Grundwasser. Zudem stellt es eine konkrete Gefährdung vieler Greifvögel dar.

Alle neu verkauften Lastwagen müssen bis 2040 frei von fossilen Brennstoffen sein, erklären Fahrzeughersteller und Klimaforscher

Gemeinsame Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der European Automobile Manufacturers’ Association (ACEA) vom 15.12.2020

In einer beispiellosen Erklärung sind Europas Lastwagen-Hersteller auf der Grundlage wissenschaftlicher Beratung zu dem Schluss gekommen, dass bis 2040 alle neu verkauften Laster frei von fossilen Brennstoffen sein müssen, um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dieses Ziel kann erreicht werden, wenn die richtige Infrastruktur zum Laden oder Betanken aufgebaut und ein schlüssiger politischer Rahmen geschaffen wird, um den Übergang voranzutreiben. Dazu gehört eine umfassende CO2-Bepreisung.

Um ihren Fahrplan für Klimaneutralität bis spätestens 2050 zu entwickeln, haben sich die CEOs der europäischen Nutzfahrzeughersteller unter dem Dach des Europäischen Automobilherstellerverbandes (ACEA) mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zusammengeschlossen.

„Der Klimawandel ist die fundamentalste Herausforderung unserer Generation. Gleichzeitig hat die fast überall wütende COVID-19-Pandemie die entscheidende Bedeutung des Straßentransports und der Logistik erneut sehr sichtbar gemacht – die Bedeutung dafür, dass Lebensmittel, Medikamente und andere lebenswichtige Güter denjenigen zur Verfügung stehen, die sie benötigen“, sagte Henrik Henriksson, Vorsitzender des Nutzfahrzeugausschusses des ACEA und CEO von Scania.

„Wenn der Straßengüterverkehr seine Rolle im Dienste der Gesellschaft beibehalten soll, müssen wir so schnell wie möglich von fossilen Brennstoffen wegkommen. Wir sind nicht nur davon überzeugt, dass es notwendig ist; wir wissen auch, dass es möglich ist. Und wir sind bereit, es zu verwirklichen. Aber wir können es nicht alleine tun, wir brauchen die politischen Entscheidungsträger und andere Interessenvertreter, die sich mit uns zusammentun.“

Eine gemeinsame Erklärung von ACEA und PIK, die heute veröffentlicht wurde, skizziert den Fahrplan und die Bedingungen für die Umgestaltung des Straßengüterverkehrssystems. Dazu gehören neben Investitionen der Nutzfahrzeugindustrie auch politische Optionen wie Straßenbenutzungsgebühren, die sich an den CO2-Emissionen orientieren, und ein Energiebesteuerungssystem, das sich am Kohlenstoff- und Energiegehalt orientiert. Entscheidend für den Betrieb von emissionsarmen und emissionsfreien Schwerlastfahrzeugen ist auch ein dichtes Netz an Lastwagen-tauglicher Lade- und Betankungsinfrastruktur. Nach Ansicht von ACEA und PIK könnte ein solides System zur Bepreisung von CO2-Emissionen eines der wirksamsten Instrumente sein, da emissionsfreie Fahrzeuge einfach nicht durchstarten werden, solange Diesel billiger bleibt.

„Die Wissenschaft zeigt uns, dass wir heute handeln müssen, wenn wir das Überschreiten gefährlicher Kipp-Punkte im Erdsystem vermeiden wollen – indem wir alle verfügbaren Lösungen kombinieren, um einen schnellen Wechsel zur Kohlenstoff-Neutralität zu erreichen”, sagt der Erdsystemwissenschaftler Johan Rockström vom PIK. „Emissionsfreie Fahrzeuge werden nicht nur die CO2-Emissionen senken, sondern auch die Luftqualität weiter verbessern – ein Faktor von entscheidender Bedeutung für die menschliche Gesundheit.“

Rockström: „Mit der ACEA/PIK-Kooperation ist ein erster Schritt getan für die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft in einer strategischen Partnerschaft, um auf der Grundlage wissenschaftlicher Informationen den Übergang zur Nachhaltigkeit zu beschleunigen.“