NABU ruft zur winterlichen Vogelzählung auf

Pressemitteilung des NABU Brandenburg vom 20. Dezember 2021

Wenig Samen und Baumfrüchte im Wald – viele Besucher am Futterhaus. Dieser Effekt könnte sich bei der kommenden „Stunde der Wintervögel“ bemerkbar machen. Vom 6. bis zum 9. Januar 2022 laden der NABU und sein bayerischer Partner, der LBV (Landesbund für Vogelschutz), wieder zu Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion ein. Jeder und jede ist aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu zählen und sie dem NABU zu melden.

„Wir haben in den vergangenen Wochen einen starken Durchzug von Bergfinken, Eichelhähern und Ringeltauben registriert. Die Vögel ziehen aus Nord- und Osteuropa nach Süden und Westen – also auch zu uns nach Deutschland. Das tun sie vermehrt, wenn es beispielsweise nicht genügend Bucheckern oder andere Baumfrüchte im Brutgebiet gibt“, so Manuela Brecht, Naturschutzreferentin beim NABU Brandenburg. „Wir erwarten daher, dass es zur ‚Stunde der Wintervögel‘ viel zu beobachten geben wird. Vögel kommen häufiger auf Nahrungssuche in unsere Gärten, wenn das Angebot in den Wäldern knapp ist.“

An Futterhäuschen, -säule oder Knödelspender im Garten oder auf dem Balkon lassen sich Vögel am einfachsten beobachten. „Mit der Fütterung beginnt man am besten schon vor dem ersten Schnee, damit sich die Vögel an den Platz gewöhnen“, erklärt Brecht. Allerdings sollte man die Fütterung nicht mit effektivem Schutz bedrohter Vogelarten verwechseln, da von ihr eher weniger bedrohte Arten profitieren. Der NABU empfiehlt das Füttern daher eher zur Naturbeobachtung und Umweltbildung. „Wer Vögel schützen möchte, sollte Garten und Balkon naturnah gestalten und heimische Sträucher wie Pfaffenhütchen, Vogelbeere, Liguster oder Heckenrose pflanzen. Abgeblühte Samenstände von Stauden und anderen Blühpflanzen sollten über den Winter als natürliches Vogelfutter stehen bleiben“, so Brecht weiter. Vögel fühlten sich besonders wohl, wenn im Garten zudem etwas Wildnis zugelassen und ganz auf Gift und Kunstdünger verzichtet wird.

Bei der vergangenen großen Vogelzählung im Januar 2021 beteiligten sich über 236.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 164.000 Gärten und Parks ein. Allein in Brandenburg meldeten 10.521 Vogelfreunde aus über 6.873 Gärten rund 28.9513 Vögel. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum zwölften Mal statt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl Vögel notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können per App unter www.NABU.de/vogelwelt, unter www.stundederwintervoegel.de oder unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 17. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 8. und 9. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Für die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 10. bis 14. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/sdw Zählkarten, eine neue Broschüre mit Aktionsideen für Lehrende und einen Wettbewerb zu „Spuren im Schnee“ für Kindergruppen und Schulklassen an. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de oder https://nrw.nabu.de/stundederwintervoegelnrw/   

Frohe Weihnachten & ein gesundes neues Jahr

Quelle: Silvia Passow

Wohin uns auch unsere Wege führen werden. Die Blaue Holzbiene wird auch weiterhin von den Wundern der Natur und den Menschen, die sie schützen, berichten.

Ich wünschen allen Leserinnen & Lesern ein beschauliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins kommende Jahr.

Silvia Passow

Ein Igel kommt selten allein

Die Igelritter Elstal blicken auf ihr erstes Jahr zurück, 87 Igel haben sie in der Zeit gerettet

Text & Fotos von Silvia Passow

Wustermark/OT Elstal.  Da tauchte im Herbst letzten Jahres dieser hilflose Igel auf und Alexandra Livet stellte sich die Frage, wie dem Stachelritter helfen. Sie suchte Hilfe. „Doch auf allzu viel Angebote stieß ich dabei nicht“, erinnert sie sich zurück. Livet begann sich in Sachen Igel-Pflege zu bilden und als würde sich das Herumsprechen, trat kurz darauf der zweite Igel in ihr Leben. Ein Jahr ist das nun her, inzwischen hat Livet ihre Initiative „Igelritter“ gegründet, der sich vier ehrenamtliche Igel-Pflegerinnen angeschlossen haben. Gemeinsam haben sie das Schicksal von 87 Igeln zum Besseren gewendet. Livet erklärt, wie gefährlich die moderne Welt im Havelland für Igel ist. Da sind zum einen die fehlenden und knapper werdenden Lebensräume. Straßen und Autos gehören zu den potentiellen Gefahren. Die deutsche Wildtierstiftung schätzt, ein halbe Million Igel sterben jährlich auf unseren Straßen. Im englischen heißt der Igel Hedgehog, was so viel wie Heckenschwein bedeutet. Ein Name der bereits viel über den bevorzugten Lebensraum verrät. Doch außerhalb der Ortschaften werden sie immer seltener, die Sträucher und Hecken in denen Igel nisten können. Sie folgen den Menschen in ihre Gärten und Parkanlagen, weshalb sie auch als Kulturfolger bezeichnet werden. Doch gerade in ihren Gärten haben Menschen oft das was Livet einen „Aufräumfimmel“ nennt.

Einfach mal was liegen lassen oder besser, Lebensräume anbieten, sorgt für mehr Artenvielfalt im Garten

Mut zum weniger ordentlichen Garten

Der eifrige Gärtner schneidet derzeit die Stauden herunter, harkt das Laub ein oder schlimmer noch, pustet es mit dem Laubbläser davon. Weder der Igel hat noch die Möglichkeit sich ein Winterquartier zu suchen, auch seine bevorzugte Nahrung, Insekten, kann so den Winter nicht überstehen. Laubbläser pusten nicht nur das wärmespendende Laub weg, sie töten auch die Insekten.

Die Igelhäuser gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Daneben ein eindrucksvolles Insektenhotel

Lebensräume und Nahrungsangebote werden knapper

Vom Insektensterben, zumindest bei den Fluginsekten, wissen wir seit der Veröffentlichung der Krefelder Studie. In dieser Studie war ein Rückgang von 76-82 der Fluginsekten-Biomasse im Zeitraum von 1989 bis 2016 nachgewiesen worden. Pflanzenschutzmittel tun ihr Übriges, töten entweder die Nahrung der Igel oder sie selbst, indem sie die Pestizide mit den Insekten fressen. Jetzt im Herbst sind es überwiegend zu kleine Igel, deren Gewicht nicht für den Winterschlaf ausreicht, die bei Livet und ihren Mitstreitern landen. Igel halten Winterschlaf, weil das natürliche Nahrungsangebot im Winter nicht ausreicht. Dabei verlieren sie 20-40 Prozent ihres Körpergewichts. Ein gutes, fettes Startkapital für den Winterschlaf ist also unerlässlich. Igel, die Mitte November weniger als 500 Gramm auf die Waage bringen, gehen mit zu wenig Reserven in den Winterschlaf. Sie werden als hilfsbedürftig eingestuft.

Das Igelhaus von vorn

Igel päppeln als Gemeinschaftsprojekt

11 Igel päppelt Livet gerade in ihrem Haus in Elstal. 27 Igel haben die Igelritter Elstal derzeit insgesamt in Pflege. Zu kleine Igel, verletzte Tiere oder wie Otto, eingeschränkt durch eine Behinderung. Otto ist blind, bringt 540 Gramm auf die Waage und gehört zu Livets Schützlingen im Haus. Dazu kommen diverse Igel, für die die Naturschützerin diverse Igel-Unterkünfte in ihrem Garten angelegt hat. Ein Spaziergang durch den naturnahen Garten ist ein bisschen wie Ostereiersuchen. Statt Schoko-Eier gibt es unter fast jeden Busch ein Igel-Haus. Jedes ein Unikat, gebaut aus Holz, Ziegel, Dachschindeln, was halt so da ist, sagt Livet. Um sie herum blühen die Astern, abgeschnitten ist hier nichts und während sich andere Leute das Laub abfahren lassen, ließ sie sich zwanzig Säcke von der Gemeinde anliefern. Livet zeigt auf die Löcher im Zaun, wichtig, damit die Igel gefahrlos von einem Garten in den nächsten wechseln können. Neben den Igelunterkünften Marke Eigenbau kann man hier viele verschiedene Vogelhäuschen und ein eindrucksvolles Insektenhotel bestaunen. Unnötig zu erwähnen, dass Livet keine Pflanzenschutzmittel einsetzt. „Wenn Blattläuse da sind, kommen die Marienkäfer“, kommentiert sie Vorgänge im Garten. Sie schwärmt von den vielen unterschiedlichen Insekten, die sich in ihrem Garten tummeln. Auf Nachfrage zeigt sie ihren Garten gern. Besonders Kinder haben Freude am Entdecker-Garten, sagt sie, der so viel mehr Abenteuer zu bieten hat als Rutsche und Schaukel auf raspelkurz gemähter Wiese.  

Der kleine Otto gehört zu den Päppel-Gästen im Haus

Schlimmste Verletzungen durch Trimmer und Rasenroboter

Das häufige Rasenmähen, auch schlecht für die Insekten. Ganz schlimm sind die Mähroboter. Sie häckseln mit dem Gras gleich Käfer, Würmer und Schnecken und sie verstümmeln Igel, die in Hecken schlafen. Solche Geräte sollten, wenn schon nicht darauf verzichtet werden kann, nur am Tag zum Einsatz kommen, sagt Livet. Die verletzten Tiere werden oft gar nicht bemerkt, die Besitzer der Maschinen sehen nicht, was diese anrichten. Schlimme Verletzungen kennt Livet auch durch die Nutzung von Rasentrimmern und Motorsensen. Tödliche Fallen können Gruben und Kellerschächte sein. Die Tiere stürzen hinein und kommen nicht mehr hinaus, gleiches gilt für Pools. Ausstieghilfen können hier lebensrettend sein. Wer im Herbst Laub und Holz liegen lässt, um es im Frühling zu verbrennen, sollte den Haufen vorher ordentlich durchsehen. Sonst kann aus dem Osterfeuer schnell ein Scheiterhaufen für Igel, Spitzmaus und Wildkaninchen werden.

Wann braucht der Stachelpelz Hilfe?

Was tun, wenn der Igel vor dem Haus sitzt? Erst mal vergewissern, braucht das Tier Hilfe? Ein 500 Gramm schwerer Igel ist in etwa so groß wie eine durchschnittliche Mango. Igel, die sich am Tage blicken lassen, können hilfsbedürftig sein. Verletzte Tiere ohnehin. Rollt der Igel sich nicht ein kann das ebenfalls ein Hinweis auf Hilfsbedürftigkeit sein. Igel mit Handschuhen oder in waschbaren Stoff gewickelt vorsichtig aufnehmen. Einen wildtierkundigen Tierarzt aufsuchen. Der Tierarzt ist immer die erste Wahl, sagt Livet, denn auch die Igelritter suchen immer ärztliche Hilfe auf. Den Igel dann in sachkundige Hände zur Pflege geben. „Igel sind keine Haustiere“ sagt Livet. Und die Mitnahme von Wildtieren muss auch immer gut begründet sein. Die Tiere haben spezielle Ansprüche an Futter und Pflege. Ziel ist immer die Auswilderung, sagt Livet. Und auch dafür braucht es eine artgerechte Umgebung.

Und noch ein Igel-Häuschen

Kleine und große Helden

Die Igelritter tragen ihren Namen in Anlehnung an die auch Stachelritter genannten Igel. Und weil sie selbst mit Ritterherz sich der Igelpflege angenommen haben. Die Ehrenamtlichen freuen sich über Unterstützung, weitere Pflegestellen, Auswilderungsgärten sind willkommen. Sonstige Möglichkeiten der Unterstützung sind auf der „Amazon-Liste“ der Igelritter einzusehen. Besuchen kann man die Igel auch auf Facebook und bitte nur dort. Die Igel befinden sich in Pflege, weil sie Hilfe benötigen. Die nachtaktiven Tiere sollen nicht zu sehr an die Menschen gewöhnt und schnellstmöglich in die Freiheit entlassen werden.

Neben den Igelrittern kümmern sich auch die Wildtierrettung Berlin-Brandenburg, die Tierrettung Potsdam, der Tierschutzverein Falkensee-Osthavelland um hilflose Igel. In Falkensee pflegt Martina Exner seit mehr als 40 Jahren Igel, auch sie steht mit Rat und Tat zur Verfügung, wenn es um die kleinen Stachelritter geht.

Schafe mit beruhigender Wirkung, auf der Weide und später am Spinnrad

Text & Fotos Silvia Passow

Wenn es nach Karin Radzewitz ginge, wäre sie viel öfter auf der Weide und weniger in ihrem Büro. Die selbständige Handelsvertreterin fährt bereits auf dem Weg ins Büro ihre Weiden ab und besucht ihre Soay-Schafe. Hier findet sie Ruhe und Entspannung. Geradezu meditativ wird es, wenn sie sich ans Spinnrad setzt.

Soay-Schafe sind so neugierig wie scheu

Neugierige Blicke begrüßen die Besucher auf der Weide, noch ein, zwei Schritte, dann setzten sich die Schafe in Bewegung, galoppieren ans andere Ende der Wiese, bleiben stehen, äugen forschend zurück. „Soay-Schafe sind Wildschafe“, erklärt Karin Radzewitz. Im Verhalten erinnern sie eher an Rehwild als an Schafe. Sie legen sogar regelrechte Bocksprünge hin. Die Schafe stammen von der schottischen Insel Soay, nordwestlich vor Schottland gelegen.

Schäfchen zählen zur Entspannung

Seit 2006 züchtet Radzewitz Soay-Schafe, rund 50 Tiere hat sie, auf verschiedenen Weiden, rund um Brädikow im Havelland, stehen. Die Schafe sind nicht nur Nebenerwerb, sie sind ihr Kraft- und Ruhepol.

Wer hier Schäfchen zählen möchte, sollte sich beeilen, wenn eines der scheuen Tiere losspurtet, rennen alle anderen mit

Gefährdete Schafrasse aus dem Norden

Im Jahr 2000 zog Radzewitz mit ihrem Gatten nach Brädikow, einem Ortsteil von Wiesenaue. Zum ehemaligen Vier-Seiten-Hof gehörten auch Wiesen und Flächen, eine davon gleich hinter dem Haus. „Kein besonders guter, ertragreicher Boden. Eher märkischer Sandboden“, sagt Karin Radzewitz. Zunächst ließ sie dort die Pferde aus der Nachbarschaft weiden, bevor sie aufs Schaf als Landschaftspfleger kam. Dabei war ihr wichtig, eine gefährdete Schaf-Rasse aufzunehmen, sagt sie. Die mit 45-60 Zentimeter großen Schafe stehen auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). „Deutschlandweit gibt es fünf, vielleicht sechs weitere Züchter“, sagt Radzewitz. Außerdem sollten die Schafe nicht allzu groß und schwer sein. Das erleichtert die notwendigen Pflegemaßnahmen, wie den Klauenschnitt, sagt die 58jährige.

Der Karinenhof besticht durch Romantik und Stille

Doppelte Sicherung zum Schutz vor den Wolf

Die Schafe leben ganzjährig auf 6 Hektar Weideland. Neben einem hohen Weidezaun sichert ein weiterer Elektro-Zaun die Tiere. „Nicht nur vertrauen, auch hauen“, nennt sie die Methode der doppelten Sicherung. Bisher hatte sich noch keinen Wolfskontakt sagt sie. „Ich versuche alles was möglich ist, um eine Wolfsbegegnung zu vermeiden. Der soll gar nicht erst auf den Geschmack kommen“, fügt sie hinzu. Denn ein Wolfsriss wäre nicht einfach nur ein finanzieller Verlust. „In diesem Fall geht auch unwiederbringliches Material aus dem Genpool verloren“, sagt sie. 

Karin Radzewitz bei den weiblichen Schafen auf der Weide

Wild und neugierig

Während Radzewitz von den Schafen erzählt bleiben diese weiter auf Distanz. Für die Schäferin im Nebenerwerb ist das okay. „Das ganze Jahr können sie machen, wie sie wollen. Mit einer Ausnahme, wenn Klauenschneiden angesagt ist, bestimme ich wo`s langegeht“, beschreibt sie das Schaf-Leben ihrer Herden. Die Zucht und der Erhalt der Rasse stehen bei ihr im Mittelpunkt „Ich verkaufe lieber lebend als am Haken“, sagt sie. Geschlachtet wird dennoch und für einen Moment schwärmt sie von der Salami, die es dann wieder gibt. Mit dem Schlachtbetrieb hat sie Glück, sagt sie. Im rund 10 Kilometer entfernten Berge hat sie einen kleinen Betrieb gefunden. Die Schafe werden bereits am Vortag abgeholt, bleiben über Nacht dort im Stall bevor sie ihren letzten Weg antreten. Damit wird der Stress möglichst geringgehalten, sagt Radzewitz und lässt den Blick über die Herde gleiten. Ist es überhaupt vertretbar ein selten gewordenes Haustier zu schlachten? „Es geht dabei um den Erhalt durch Nutzen“, erklärt Radzewitz.

Neugierige Mädels-Truppe

Auen und Böcke stehen getrennt

Die Weibchen, die Auen, stehen auf dieser Weide unter sich. Auch sie tragen Hörner, allerdings sind diese nicht ganz so eindrucksvoll wie die der älteren Böcke. Die Böcke stehen einige Orte weiter, auf einer anderen Koppel. „das sorgt für weniger Stress unter den Tieren“, erklärt Radzewitz. Während die Männchen sich rund ums Jahr verpaaren möchten, ist die Aue nur saisonal, ab September bis in den November, bereit dazu. Nach etwa 165 Tagen ist es dann soweit, die Lämmer werden geboren. Neben den Jungtieren aus ihrer Herde hat Radzewitz, nimmt Radzewitz auch Soay-Schafe ab, deren Halter die Tiere nicht mehr versorgen können. „Die möchten, dass es ihren Tieren gut geht. Und genau das möchte ich auch. Meinen Tieren soll es gutgehen“, sagt Radzewitz mit Nachdruck. Viel braucht es dafür nicht, sagt sie. Neben ausreichend großen Weiden etwas Heu, die robusten Tiere stellen keine großen Ansprüche.

Komm bitte nicht zu dicht, scheint das Schaf zu sagen

Noch weitere seltene Tierrassen

Die Schafe sind nicht die einzigen Tiere auf ihrem Karinenhof, wie der Vier-Seiten-Hof heißt. Neben den braunen Legehennen tummeln sich hier auch Araucana-Hühner. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Hühner legen grüne Eier. Die bereichern den Frühstückstisch für Pensionsgäste, für die im Karinenhaus sechs Gästezimmer zur Verfügung stehen. Bis vor kurzen arbeitete Radzewitz nach Bio-Standard. Doch das hat sie nun aufgegeben, die Auflagen sind nicht nur hoch, sagt sie und aus ihrer Sicht nicht immer nachvollziehbar.

Keine Sorge, das Huhn ist vollständig. Araucana-Hühner wirken wie die unvollendeten unter den Hühnern

Hühner zeigen keinen Respekt vor königlichen Namen

Ihre Hühner tapsen fröhlich durch den Garten, die Hennen ärgern Prinz Harald. Der Hahn ist neu und muss sich erst noch behaupten beim Hühnervolk. Namen für die Tiere sind bei Radzewitz nicht unbedingt üblich. „Mir ist es wichtig, dass das Tier ein Tier sein kann“, sagt sie. Vom Verhätscheln hält sie nicht viel, dagegen sehr viel von artgerechter Haltung.

Auf dem Karinenhof gibts immer bunte Eier, dank vieler verschiedener Hühnerrassen

Ein Automat mit regionalen Produkten

Ein Stück weiter stehen die Bienenstöcke. Neun Bienenvölker hält Radzewitz in ihrem Garten. Während einige ihrer Produkte wie die Eier, Honig und selbst gekochte Marmeladen auf dem Frühstückbuffet landen, werden, andere im nah gelegenen Kinderbauernhof Marienhof verkauft. Radzewitz bestückt den sogenannten Regiomaten, einen mit Produkten aus der Region befüllten Automaten, mit ihren Produkten. Schaffelle können auf dem Karinenhof selbst erworben werden.

Karin Radzewitz ist auch Imkerin

Entspannung am Spinnrad

Kaum zu glauben, dass da noch Zeit für weitere Hobbys bleiben soll. Ist aber so. „Wir sind auch Wollsammelstelle“, sagt Radzewitz. Die eingesammelte Wolle wird von ihr versponnen. Fünf unterschiedliche Spinnräder stehen bei ihr im Haus. Spinnen, sagt sie, geht wie von selbst. „Man kann dabei fernsehen oder auch einfach die Gedanken treiben lassen“, beschreibt sie die Vorzüge des Spinnens am Spinnrad. Tatsächlich gibt das hölzerne Rad kaum Geräusche von sich, sie tritt mit dem Fuß rhythmisch auf ein Pedal und lässt die Wolle, in diesem Fall von Pommernschafen, durch die Finger gleiten. Und weil stricken zwar schön aber auch nicht sonderlich originell ist, hat sie auch noch das Weben erlernt. Kleine Sitzunterlagen und gemusterte Decken, eine davon mit Ostereierfarbe eingefärbt. Doch statt Lorbeeren für ihr Schaffen einzusammeln, verweist sie auf ihren Ehemann. „Ohne seine Unterstützung würde ich das alles nicht schaffen“, sagt sie. Und gibt zu, ein straffes Zeitmanagement gehört auch dazu. Und, lohnt sich das? Radzewitz lacht. „Der Lohn sind Ruhm und Ehre“, sagt sie und fügt hinzu: „Leben kann man davon nicht.“ Dabei ist es ihr Glück, dass zu ihrem Haus die Flächen gehörten, sagt sie.

Spinnen zur Entspannung

Zu wenig Land für die Bauern der Region

Denn Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu bekommen sei heute sehr schwierig. „Investoren kaufen sie als Wertanlagen. Dabei sollten die Flächen vorrangig an die Landwirte aus den Regionen verkauft werden“, sagt sie. Hier würde sie sich mehr Unterstützung aus der Politik wünschen. Ebenso wie beim Schaffen regionaler Schlachthäuser. Radzewitz würde sich wünschen, ihr Fleisch auf dem eigenen Hof verarbeiten zu können. Hygiene, sagt sie, ist dabei ganz selbstverständlich. Damit fühlt sich die Pensionswirtin gut vertraut.   

Solch schöne Handarbeiten entstehen an Radzewitz Webstühlen

Tipp: Der Karinenhof beteiligt sich an der Brandenburger Landpartei. Karin Radzewitz sagt, sie möchte auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.   

Die Böcke sind ebenfalls scheu. Mit etwas Futter lassen sie sich jedoch locken.

Ab in die Pilze

Die Naturwacht lädt zur Pilz-Exkursion

Foto: Sabine Clausner

Rathenow.  Die Naturwacht Westhavelland lädt am Samstag, den 30. Oktober um 10 Uhr, zum gemeinsamen Pilze sammeln, ein. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Bammer Landstaße am Abzweig zum Wolzensee in Rathenow. Nach einer kurzen Begrüßung und einleitenden Worten, ist vorgesehen, dass sich die Pilzfreunde im Gebiet mehr oder weniger selbständig auf die Suche begeben. Ins Körbchen darf, was nach Pilz aussieht, wie Pfifferlinge, Steinpilze, Morcheln und Krauser Glucke. Nach der vereinbarten Sammelzeit trifft man sich am Parkplatz wieder und die Pilzsachverständige Frau Kopsch wird den eifrigen Sammlern ihre hoffentlich reichlichen Funde erläutern, insbesondere auch, ob sie für den menschlichen Verzehr geeignet sind, oder doch besser ein herbstliches Gesteck bereichern sollten. Für die Exkursion sollten etwa drei Stunden eingeplant werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung selbst ist kostenlos, es wird jedoch für die Naturschutz- und Umweltbildungsarbeit der Naturwacht um eine Spende gebeten. Bei Fragen und um sich anzumelden, wenden Sie sich bitte an die Naturwacht in Parey Tel. 033872 / 700 25 oder 0175 7213060.

Poesie in Flaschen aus Baruth

Text & Fotos Silvia Passow

In Baruth wird der Weinbau als Gemeinschaftsprojekt verstanden. Den Mitgliedern des Instituts zur Entwicklung des ländlichen Kulturraumes geht es nicht um materiellen Gewinn, was zählt, ist die miteinander verbrachte Zeit im Weinberg. Das Ergebnis heißt „Goldstaub“ und lässt sich hervorragend zu Brot & Käse genießen.

Der Weinberg-ein Urlaubsmoment

Der Tag war verregnet, doch nun öffnet sich die Wolkendecke und die wärmenden Sonnenstrahlen tasten erst zart, dann sehr bestimmt, über das satte Grün des Weinberges. Dicke Regentropfen kullern von den prallen Trauben, die Verlockung, sich unter den Weinreben auszustrecken und von den Träubchen zu naschen ist groß. Weinberg und Sonne, wer denkt da nicht an unbeschwerte Urlaubsmomente, an zartschmelzenden Käse, den Kräuterduft des Südens. Doch tatsächlich liegt dieser Weinberg in Baruth, im Landkreis Teltow-Fläming, in Brandenburg. Nicht gerade ein bekanntes Weinbaugebiet.

Ragna Haseloff und die Früchte ihrer Arbeit in flüssiger Form

Gewinner des Klimawandels

„Weinbau geht in Brandenburg sehr gut und mit dem Klimawandeln verbessern sich die Bedingungen sogar noch“, sagt Reiner Wittkowski. Seine Behauptung kann der passionierte Weinliebhaber belegen. Denn mit ihrem Solaris 2019 holten die Baruther Weinbauern bei der Berliner Wein Trophy eine Silbermedaille. Was noch ein ganz klein wenig Raum nach oben lässt, anvisiertes Ziel, die Goldmedaille für ihren Wein, den sie „Goldstaub“ nennen.

Noch ein wenig säuerlich, die Sonne soll noch für etwas Süße sorgen

Gemeinschaftsprojekt Rebenpflege

Sie, das sind die derzeit 14 Mitglieder des Instituts zur Entwicklung des ländlichen Kulturraumes, kurz I-ku. Ein Verein, der „die Räume zwischen Stadt und Land entwickeln möchte“, wie Anja Osswald sagt.  Auch sie ist Vereinsmitglied, so wie Ragna Haseloff, die erzählt, wie es zur Idee des Weinbergs bei Baruth kam. Auslöser war das alte Stadtwappen „Baruth in der Mark“. Im Mittelpunkt steht eine hübsch geformte Rebe dunklen Weins. Weinbau in der Mark Brandenburg? Warum eigentlich nicht? Angetrieben von einer gehörigen Portion Idealismus legte der Verein 2006 los. 

Urlaubsstimmung, sobald die Sonne für warmes Licht zwischen den Rebstöcken sorgt

Ein Traum gedeiht und trägt Früchte

2007 wurden die ersten Rebstöcke auf den sanften Hügel des Mühlenberges bei Baruth gepflanzt. Mit den Einnahmen des Weinberges sollten Kulturveranstaltungen finanziert werden, erzählt Haseloff und lacht. In den ersten zehn Jahren reichte der Ertrag für die anstehenden Investitionen. Der wirtschaftliche Aspekt stand jedoch nie im Vordergrund, sagt 56jährige weiter. „Wir wollten für Baruth einen schönen Ort schaffen. Und ein Weinberg ist so ein schöner Ort“, stellt sie fest. Einen Ort für die Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft ist es, die den Betrieb auf dem Weinberg am Laufen hält. Denn hier fassen alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich mit an. Man trifft sich regelmäßig zu Pflege des Weinberges und zum geselligen Ausklang. Deshalb heißt der Wein „Goldstaub“, er ist das Ergebnis des Zusammenwirkens rund ums Jahr. Das gemeinschaftliche, solidarische Zusammenwirken macht den Rebensaft kostbar, erklärt Haseloff.

Inspizieren, arbeiten, genießen, hier passiert alles gemeinsam

Lernen mit Genuss

Als sie damals mit dem Weinbau begannen trafen sie auf ungläubiges Staunen. Weinbau in Baruth? Und dazu kam, keines der Vereinsmitglieder ist Landwirt oder Winzer. Das fehlende Wissen war keine Hürde, es ließ sich nacharbeiten. Stattdessen sind es die unterschiedlichen Qualifikationen der Vereinsmitglieder, die das Projekt bereichern. Die Landschaftsarchitektin Haseloff brachte ihre Kenntnisse ein, ebenso wie die Kulturwissenschaftlerin und Regionalentwicklerin Anja Osswald. Beruflich mit Wein hatte sich einst Reiner Wittkowski befasst. Der Lebensmittelchemiker hatte Wein geprüft. Er und seine Frau Marita Wittkowski lernten den Weinberg bei einem der Weinbergefeste kennen und blieben. Seitdem sind die beiden Ruheständler im Verein aktiv. Und es war Wittkowski der vorschlug, den Wein bei der Berliner Wein Trophy ins Rennen zu schicken.

Ohne Pestizide arbeiten

Auf dem 1 Hektar großen Weinberg werden pilzwiderstandsfähige Rebsorten wie Solaris, Helios, Johanniter und Muscaris angebaut. Für die Auswahl der Rebsorten ließ Haseloff sich von Fachleuten aus Freiburg im Breisgau beraten. Zuvor hatte Haseloff sich in der Umgebung umgehört. Doch dort, wo in den Gärten Wein angebaut wurde, kamen auch fast immer Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Das wollte Haseloff nicht, sie setzte auf die Widerstandsfähigkeit der Sorten. Für den Brandenburger Sandboden eigenen sich die nun gepflanzten Sorten ganz hervorragend, sagt sie. „Zwei bis dreimal im Jahr müssen wir schwefeln. Das wird auch im Biolandanbau zugelassen“, sagt sie.

Alles Handarbeit

Die Pflege des Weinberges beschäftigt die Vereinsmitglieder rund ums Jahr. Man trifft sich jeden Freitag, Anfang März geht es los mit dem ersten Rebschnitt, ab Mai werden die Knospen ausgebrochen. Danach geht es weiter mit dem regelmäßigen Schnitt und der Wein wird hochgebunden. „Weinanbau ist sehr viel Handarbeit. Das unterscheidet den Weinbau schon sehr von der Landwirtschaft“, sagt Haseloff. 65 Reihen aus Rebstöcken müssen abgelaufen werden. 4500 Rebstöcke kontrolliert, geschnitten, gebunden werden. Wichtig ist auch, so Haseloff, das Freilegen der Trauben. Darunter versteht man das Wegschneiden der Blätter, damit die Sonne ungehindert auf die Trauben trifft. Vereinsmitglied Horst Bidiak, der sonst sein Geld als Geograf verdient, zeigt, wie das geht.

„Im August viel Regen, ist dem Wein kein Segen“

Lautet ein Sprichwort. Und tatsächlich sorgen sich die Vereinsmitglieder in diesem Jahr um die Qualität ihres Weines. Der hat nämlich noch nicht den gewünschten Oechsle Grad erreicht. Das Wetter war in diesem Jahr nicht im Sinne der passionierten Weinbauern. Die warmen Sommer 2018 und 2019 hatten für besonders reiche Weinlesen gesorgt. Um die 4000 Flaschen schafft der Baruther Weinberg in guten Jahren. Im letzten Jahr hatten Spätfröste dem Wein zugesetzt. Etwas mehr als 1000 Flaschen konnten gewonnen werden. Es sind liebliche und trockene Weißweine, die aus Baruth abgefüllt werden. Nahe der Scheune, die 2014 mit Fördermitteln gebaut wurde, stehen einige Rebstöcke mit leuchtend roten Trauben. Ein Versuch, Reiner Wittkowski glaubt, der Rote haben in den nächsten Jahren gute Chancen. Wenn die Sommer noch wärmer und trockener werden. Der Weinberg Baruth ist einer der nördlichsten Weinberge Deutschlands. Bisher nicht das Anbaugebiet für einen süffigen Roten. Wittkowski sagt, in den kommenden Jahren könnte sich das ändern, Stichwort Klimawandel. „Landwirte und Weinbauern müssen sich auf den Klimawandel einstellen“, bekräftigt er.

Prall gfüllt mit Sonne und Liebe zur Frucht

Einheit in Flaschen

2020 brachte allerdings den „Einheitswein“ in die Flasche. Am 3. Oktober gelesen, war der Name quasi vorgegeben, sagt Haseloff. „Er verbindet das Beste aus Ost und West“, sagt sie. Gekostet werden können die Weine beim jährlichen Weinbergfest. Das zieht inzwischen Menschen aus Berlin und den gesamten Landkreis an“, sagt Haseloff.

Die Begleitung zum Wein ist von schlichter Eleganz

Landaffine Städter & Landeier

Damit erfüllt sich die Zielsetzung des Vereins, die Zusammenführung von Stadt und Land, die Zwischenräume sind gefüllt. Menschen, die hier geboren wurden, die hier leben und „Landaffine Berliner“, wie Osswald sie nennt. Sie alle teilen die Freude am Weinberg und dem Wein. Den kann man in ausgesuchten Restaurants der Region genießen. Oder in regionalen Geschäften wie dem „Tante Ella Laden Luckenwalde“ oder dem WeinSalon Glashütte, im Baruther Ortsteil Glashütte, kaufen. Auch beim Brandenburger Kultur- und Weinkontor in Potsdam lässt sich Baruther „Goldstaub“ erwerben. Robert Louis Stevenson verdanken wir den Ausspruch „Wein ist Poesie in Flaschen“. Baruther Poeten und Weinfreunde genießen zum Goldstaub Käse aus der Region und Brot vom Landbäcker.

Belohnung mit Goldstaub

Weinbau hat auch in Brandenburg Tradition

Übrigens: Der Weinbau in Brandenburg wird auf das Jahr 1125 und König Lothar III. zurückgeführt. Im Mittelalter kam in Brandenburg richtig Schwung in den Weinanbau, neben fränkischen und niederrheinischen Siedlern waren es die Zisterzienser, die den Weinbau, sie benötigten den Wein für die Heilige Messe, in Brandenburg vorantrieben. In Brandenburg wird von Prenzlau über Werder bis Bad Liebenwerda Wein abgebaut.

Beispielloser Anstieg von Hitzerekorden und Extremregen in Beobachtungsdaten

Pressemitteilung des Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vom 7. Oktober 2021

Die Häufigkeit monatlicher Hitzerekorde hat in den letzten zehn Jahren um das 90-fache zugenommen, im Vergleich zu 1951-1980. Das haben Forschende in Beobachtungsdaten festgestellt. Die monatlichen so genannten 3-Sigma-Ereignisse – Hitzewellen, die stark von dem abweichen, was in einer bestimmten Region normal ist – betreffen inzwischen im Durchschnitt etwa 9 Prozent der gesamten Landfläche. Auch Regenextreme haben zugenommen; im Durchschnitt kann einer von vier rekordhohen Tagesniederschlägen im letzten Jahrzehnt auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Schon heute sind Extremereignisse, die mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel zusammenhängen, auf einem noch nie dagewesenen Niveau, erklären die Forschenden. Und sie erwarten eine weitere Zunahme.

„Noch stärker ist die Veränderung bei den Extremereignissen, die wir als 4-Sigma-Ereignisse bezeichnen, und die es vorher praktisch nicht gab – hier sehen wir sogar eine Zunahme um das 1000-fache im Vergleich zum Referenzzeitraum. Sie betrafen 2011-20 in jedem Monat etwa 3 Prozent der globalen Landfläche“, sagt der Hauptautor Alexander Robinson von der Complutense-Universität Madrid und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Dies bestätigt frühere Ergebnisse, allerdings mit immer höheren Zahlen. Wir erleben jetzt Extreme, die ohne den Einfluss der menschgemachten globalen Erwärmung praktisch unmöglich wären.“ Der Begriff ‚Sigma‘ bezieht sich auf das, was Forschende eine Standardabweichung nennen.

Das Jahr 2020 brachte zum Beispiel sowohl in Sibirien als auch in Australien lang anhaltende Hitzewellen, die in beiden Regionen zu verheerenden Waldbränden führten. Beide Ereignisse führten dazu, dass ein lokaler Notstand ausgerufen wurde. Im Jahr 2021 erreichten die Temperaturen in Teilen der USA und Kanadas mit fast 50 °C lebensbedrohliche Werte. Weltweit nahmen rekordstarke Hitzeextreme in den tropischen Regionen am meisten zu, da die Tropen normalerweise eine geringe Variabilität der monatlichen Temperaturen aufweisen. Wo die Schwankungsbreite normalerweise gering ist, können schon vergleichsweise geringe Verschiebungen zu Rekorden führen. Weil die Temperaturen jedoch insgesamt weiter steigen, werden Hitzerekorde durch den menschgemachten Klimawandel auch in nördlichen Regionen mit ihrer größeren natürlichen Variabilität immer häufiger auftreten.

Einer von vier Regenrekorden ist auf den Klimawandel zurückzuführen

Auch die täglichen Niederschlags-Spitzenwerte haben zugenommen. Im Vergleich zu dem, was in einem Klima ohne globale Erwärmung zu erwarten wäre, ist die Zahl der Regenrekorde um etwa 30 Prozent gestiegen. Dies bedeutet, dass einer von vier Rekorden bereits auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen ist. Die Physik dahinter wird durch die Clausius-Clapeyron-Gleichung erklärt: Luft kann pro Grad Celsius Erwärmung 7 Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen.

Wichtig ist dabei, dass in bereits trockenen Regionen wie dem westlichen Nordamerika und Südafrika ein Rückgang rekordstarker Regenfälle zu verzeichnen ist, während in feuchten Regionen wie Mittel- und Nordeuropa eine starke Zunahme auftritt. Generell helfen zunehmende Niederschlagsextreme nicht, um Dürreprobleme zu vermindern.

Geringer Temperaturanstieg, unverhältnismäßig große Folgen

Vergleicht man die neuen Daten mit dem bereits ziemlich extremen vorangegangenen Jahrzehnt 2000-2010, so zeigen die Daten, dass sich die von Hitzeextremen der 3-Sigma-Kategorie betroffene Landfläche in etwa verdoppelt hat. Diejenigen Abweichungen, die so stark sind, dass sie zuvor praktisch nie auftraten, die 4-Sigma-Ereignisse, tauchen in den Beobachtungen neu auf. Die Regenrekorde haben 2011-2020 gegenüber 2000-2010 um 5 Prozentpunkte zugenommen. Die scheinbar geringe Erwärmung in den letzten zehn Jahren von nur 0,25°C hat also die Klimaextreme erheblich ansteigen lassen.

„Diese Daten zeigen, dass die Extreme jetzt weit außerhalb der historischen Erfahrung liegen. Extreme Hitze und extremer Regen nehmen überproportional zu“, sagt Ko-Autor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Unsere Analyse bestätigt einmal mehr, dass es bei den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf uns Menschen wirklich auf jedes Zehntel Grad ankommt.“


Artikel: Alexander Robinson, Jascha Lehmann, David Barriopedro, Stefan Rahmstorf, Dim Coumou(2021): Increasing heat and rainfall extremes now far outside the historical climate. npj climate and atmospheric science [doi: 10.1038/s41612-021-00202-w]

Weblink zum Artikel: https://www.nature.com/articles/s41612-021-00202-w

Aktiver Katzenschutz: So kann man Straßenkatzen helfen

Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbund vom 5. Oktober 2021

Katzenhalter und Tierfreunde können selbst aktiv werden, um den rund zwei Millionen in Deutschland lebenden Straßenkatzen zu helfen – darauf macht der Deutsche Tierschutzbund im Rahmen seiner Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ aufmerksam. Damit die Population nicht weiter ansteigt, ist zum Beispiel die Kastration der eigenen Katze entscheidend. Aber auch durch ehrenamtliches Engagement, kleine Hilfestellungen oder Aufklärungsarbeit kann man selbst seinen Teil zum Katzenschutz beitragen.

„Straßenkatzen sind meist krank und unterernährt. Sie leben versteckt in Kleingartenanlagen, auf Friedhöfen oder Industriegeländen. Alle stammen von unkastrierten Hauskatzen ab, die sich unkontrolliert mit anderen Straßenkatzen oder nicht kastrierten Freigängerkatzen fortpflanzen konnten“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Entscheidend sei daher, dass Katzenhalter sich ihrer Verantwortung bewusst sind und ihre Tiere kastrieren lassen: „Nur, wenn alle mithelfen, werden langfristig weniger Straßenkatzen ohne ein liebevolles Zuhause um ihr Überleben kämpfen müssen“, so Gerlach.

Ihren Appell richten die Tierschützer nicht nur an Halter von Freigängerkatzen. Da auch Wohnungskatzen mal entwischen können, sei es grundsätzlich sinnvoll, diese vom Tierarzt ebenfalls kastrieren zu lassen. Ergänzend sollte man die Tiere mit einem Mikrochip kennzeichnen lassen und bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registrieren.

Auch Tierfreunde ohne eigene Katze können sich für Straßenkatzen stark machen: Wer selbst aktiv werden will, kann sich im örtlichen Tierschutzverein engagieren, etwa bei der Betreuung von Futterstellen. Warme Schlafplätze für Straßenkaten lassen sich mit Hilfe einer Styroporkiste leicht selbst basteln (Anleitung unter www.jugendtierschutz.de/tiere/tiere-zu-hause/katzen). Spenden für Kastrationen und die Versorgung von Straßenkatzen werden in den Tierschutzvereinen immer dringend benötigt. Damit das Leid der Straßenkatzen und seine Ursache bekannter wird, sollte man auch andere Menschen auf die Wichtigkeit der Kastration hinweisen und die Thematik über die eigenen Social-Media-Kanäle verbreiten. Für die Aufklärungsarbeit können Tierfreunde den Hashtag ‪#‎KatzenHelfen, die extra kreierten Kampagnen-Motive des Deutschen Tierschutzbundes sowie dessen Aktions-Aufkleber nutzen. Alle Infos und weitere Tipps finden Katzenfreunde auf der Website www.tierheime-helfen.de/katzenschutz-aktiv-werden.

NABU und LBV rufen wieder zur Wahl des Vogels des Jahres auf

Pressemitteilung des NABU vom 5. Oktober 2021

Potsdam
. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Ab dem 6. Oktober lassen der NABU und sein bayerischer Partner, der LBV (Landesbund für Vogelschutz), den Vogel des Jahres 2022 zum zweiten Mal öffentlich wählen. Jeder und jede kann unter www.vogeldesjahres.de mitbestimmen, wer der neue Jahresvogel wird.

„Bei der ersten öffentlichen Wahl hatten sich über 455.000 Menschen beteiligt und das Rotkehlchen zum Vogel des Jahres 2021 gekürt – eine überwältigende Beteiligung“, so Christiane Schröder, Geschäftsführerin des NABU Brandenburg, „Wir freuen uns sehr, dass das Interesse an Naturschutz und der heimischen Vogelwelt so groß ist und legen darum die Vogelwahl auch für die kommenden Jahre in die Hände aller, die mitentscheiden wollen.“

In Deutschland leben 307 Vogelarten. Damit die Wahl etwas erleichtert wird, haben die Vogelkundler des NABU fünf Arten ausgesucht, unter denen abgestimmt werden kann. Für den Jahresvogel 2022 ins Rennen gehen: Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf.

„Jeder der fünf Vögel steht für ein Naturschutzthema, das unsere Aufmerksamkeit braucht“, so Schröder, „So sind mit Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf gleich drei Zugvogelarten auf der Wahlliste. Zugvögel leiden besonders stark unter dem Klimawandel, da sie auf intakte Verhältnisse an mehreren Orten der Welt angewiesen sind.“

Die Mehlschwalbe hat als Insektenfresser und Gebäudebrüter zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Durch das Insektensterben hat sie weniger Nahrung zur Verfügung. Zudem werden ihre Nistplätze etwa bei Gebäudesanierungen entfernt. Ihr Wahlkampfslogan lautet darum: „Mieterschutz für Vögel!“

Der Steinschmätzer ist wie auch die Mehlschwalbe ein Langstreckenzieher und mit 30.000 Kilometern Jahreszugstrecke rekordverdächtig unter den Singvögeln. Schröder: „Vom Aussterben bedroht ist diese Art bei uns, weil sie immer weniger Lebensraum zur Verfügung hat. Der Steinschmätzer braucht offenes, vegetationsarmes Gelände.“ Darum geht er mit dem Slogan „Mut zur Brache!“ ins Rennen.

Der Wiedehopf ist mit seinem langen Schnabel und seinen orangefarbenen Scheitelfedern der optisch spektakulärste Kandidat. Er lebt ausschließlich in besonders warmen Gegenden in Deutschland, etwa am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg, in Brandenburg ist er z.B. auf Truppenübungsplätzen anzutreffen. „Die Art wäre deutlich häufiger, wenn es mehr halboffene Landschaften mit vielen Insekten gäbe, wie z.B. extensiv genutzte Weideflächen“, so Christiane Schröder. Der Wahlkampfspruch des Wiedehopfs heißt: „Gift ist keine Lösung!“

Den Feldsperling dürfte jeder und jede schon einmal gesehen haben. „Er hat sich wie auch der Haussperling den Menschen angepasst und lebt häufig in unseren Siedlungen. Die Spatzenart hat nach der Brutzeit ein ausgeprägtes Sozialverhalten, die Vögel versammeln sich dann gern in Sträuchern. Der Feldsperling brütet in Baumhöhlen oder Nistkästen und fordert auch deshalb: „Ohne Gehölz, ohne mich!“

Sein gruseliger Name täuscht: der Bluthänfling ist kein Greifvogel, sondern eine kleine Finkenart mit roter Brust und einer Vorliebe für vegetarische Kost, wie Körner, Samen und Früchte. Sein Bestand ist gefährdet, weil er in monotonen Ackerlandschaften keine Heimat findet. Er fordert für seinen Brutplatz: „Mehr Hecken zum Verstecken!“

Am 6. Oktober wird das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de freigeschaltet. Bis zum Vormittag des 18. November kann abgestimmt werden. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.


Eule sucht Bauer

Der NABU Osthavelland unterstützt Landwirte mit Nistkästen, wenn sie sich für die biologische Mäusebekämpfung entscheiden

Foto: Pixabay

Text von Silvia Passow

Brieselang.    Im Havelländischen Bredow, einem Ortsteil der Gemeinde Brieselang, steht Monika Weber hoch oben auf der Leiter. Sie reinigt den Nistkasten für Schleiereulen, den sie und die Ehrenamtlichen der Eulen und Greifvogel-Gruppe des NABU Osthavelland, im letzten Jahr in der Scheune aufgehangen haben. Noch ist hier keine Schleiereule eingezogen. Doch Landwirt Volker Pardemann hat Hoffnung, dass es mit dem Einzug der Schleiereule noch was wird. Deshalb lässt er in einer anderen Scheune, einen weiteren Nistkasten einbauen. Denn die Schleiereulen, sollen ihn bei der Mäusebekämpfung unterstützen.

Der Pferdehof Pardemann in Bredow, einem Ortsteil von Brieselang im Havelland
Foto: Silvia Passow

Großer Appetit auf Mäuschen

Eine Schleiereule frisst am Tag 3 bis 4 Mäuschen. Was zunächst überschaubar klingt, doch wenn ein Schleiereulenpaar erfolgreich brütet, dann steigt der Bedarf enorm. 4 bis 10 Eier legt die Schleiereule, dazu baut sie kein Nest, sondern sucht sich bevorzugt dunkle Ecken. Die können in Scheunen und Kirchtürmen sein, auch Trafohäuschen, die etwas abseits menschlicher Siedlungen stehen, sind beliebt. Nun heißt es für die Altvögel Futter ranholen. Zur Aufzucht der Jungen benötigen die Eulen 3000 Mäuse. Das entspricht 115 Kilogramm Mäuse, rechnet Konrad Bauer um. Der 73jährige leitet die Eulen- und Greifvogel- Arbeitsgruppe des NABU Osthavelland. Denn tatsächlich haben Schleiereulen einen recht einseitigen Speiseplan. Mäuse machen 94 bis 96 Prozent ihrer Nahrung aus. „Ich habe in den sechs Jahren, die ich mich um die Eulen kümmere, kürzlich zum ersten Mal die Überreste eines Feldsperlings in einem von Eulen bewohnten Nistkasten gefunden“, sagt Konrad Bauer. Dazu kommt: In sogenannten Mäusejahren, also Jahren, in denen es besonders viele Mäuse gibt, haben auch Schleiereulen mehr Junge. Sie können dann sogar ein zweites Mal in der Saison erfolgreich brüten.

Einseitige Kost, Schleiereulen lieben Mäuse, Mäuse und dann noch Mäuse
Foto: Pixabay

Eine Heimat für gefährdete Vogelarten

Bauer und sein Team bringen in Kirchtürmen, Trafohäuschen und Scheunen Nistkästen für Schleiereulen, Turmfalken und Dohlen an. Der Naturschützer ist dabei ständig auf der Suche nach Kirchengemeinden und Landwirten, die den Tieren einen Unterschlupf gewähren. Besonders bei den Landwirten ist diese Kooperation an Voraussetzungen geknüpft. Sie dürfen keine Mäusegifte einsetzen. Denn diese Gifte können die gesamte Brut der Schleiereulen töten, wenn die Altvögel eine mit Mäusegift belastete Maus den Küken als Futter bringen.

Das Turmvogel-Team des NABU Osthavelland: Konrad Bauer, Monika Weber und Bernd Wieseke
Foto: Silvia Passow

Die Eule als Partner

Für Volker Pardemann ist der Einsatz von Mäusegift kein Thema. Er führt seinen Betrieb in fünfter Generation. Zum Reiterhof gehören Wiesen und Ackerland, hier baut er verschiedene Getreidesorten an. Bei Pardemann geht es nicht nur den Pferden gut. Auf dem Grundstück steht ein Storchennest, Schwalben zeigen ihre Flugkünste und in den Scheunen kann man ihre Nester bewundern. Bereits vor einigen Jahren hat er selbst einen Nistkasten für eine Eule gebaut, der wurde im letzten Jahr durch einen Kasten des NABU ausgetauscht.

Die Schleiereule
Foto: Pixabay

Die ganz besondere Tischlerei

Der NABU Osthavelland lässt die Nistkästen seit Jahren von der Tischlerei Sinalkol in Nauen anfertigen. Dort zimmern Langzeitarbeitslose die Nistkästen, mit Klappen zum Öffnen. Denn das NABU Team schaut regelmäßig nach den Nistkästen, führt Buch über die Bewohner, notiert Bruterfolge und Verluste. Die Nistkästen werden vom NABU gereinigt und repariert. Außerdem verfügen die Kästen über Marder-Sicherungen. Der Marder gehört zu den Bedrohungen der Eulen aus dem Tierreich. Auch Waldkauz und Uhu gehören dazu, ebenso wie Waschbären.  

Die Tischlerei Sinalkol fertigt die Brutkästen nach Konrad Bauers Wünschen, einer jahrelange, bewährte Zusammenarbeit hat sich hier gebildet
Foto: Silvia Passow

Die Eule soll sich wohlfühlen

Im letzten Winter bemerkte das Ehepaar Pardemann eine Schleiereule in einer anderen Scheune. Dort hat das NABU Team den zweiten Nistkasten angebracht. Hier lagert bereits viel Futter für den Winter. Sollte sich eine Eule im Schuppen niederlassen würde sie im Winter die Mäuse fangen, die sich mit den Futtervorräten in die Scheune geschlichen haben.

Das Anbringen der Kästen ist fast immer eine Herausforderung. In diesem Fall würde ein Sturz halbwegs weich enden
Foto: Silvia Passow

Bedrohte Mäusejägerin

Die Schleiereule gehört in Brandenburg zu den vom Aussterben bedrohten Arten, sie wird auf der Roten Liste des Landes in der Kategorie eins geführt. Neben dem schrumpfenden Nahrungsnagebot fehlen ihr zunehmend die Nistmöglichkeiten. Kirchen werden gegen das Eindringen der Vögel gesichert, moderne Scheunen sind hell und licht, die dunklen Ecken mit den Simsen, auf denen die Eulen früher die Tage verbrachten, bevor sie des Nachts auf Mäusejagd ausflogen, es gibt sie kaum noch.    

Oben angekommen, wird der Kasten sicher befestigt
Foto: Silvia Passow

Gemeinsam für die Eulen

Gemeinsam mit den Landwirten ließe sich die Situation für die Eulen verbessern, ist Konrad Bauer sich sicher. Er wirbt für die Mäusejägerin Schleiereule, doch in seinem Wirkungsbereich, dem Osthavelland, hat er bisher nicht einmal ein Dutzend Landwirte überzeugen können, sagt er. Das liege auch an Vorschriften zum Umgang mit den Mäusen, sagt er. Bauer wirbt für seinen kostenlosen Service, für den sich auch der NABU über Mäuse freut, wie er augenzwinkernd sagt. „Außerdem halten die Nistkästen 15 bis 20 Jahre und BASF und Bayer liefern nicht so günstig wie wir“, sagt er.  

Und wieder steht den Schleiereulen, dank Konrad Bauer, ein neues Zuhause zur Verfügung
Foto: Silvia Passow

Kontakt zum Eulen- und Greifvogelteam: eulen-greifvoegel@nabu-osthavelland.de