Ab in die Pilze

Die Naturwacht lädt zur Pilz-Exkursion

Foto: Sabine Clausner

Rathenow.  Die Naturwacht Westhavelland lädt am Samstag, den 30. Oktober um 10 Uhr, zum gemeinsamen Pilze sammeln, ein. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Bammer Landstaße am Abzweig zum Wolzensee in Rathenow. Nach einer kurzen Begrüßung und einleitenden Worten, ist vorgesehen, dass sich die Pilzfreunde im Gebiet mehr oder weniger selbständig auf die Suche begeben. Ins Körbchen darf, was nach Pilz aussieht, wie Pfifferlinge, Steinpilze, Morcheln und Krauser Glucke. Nach der vereinbarten Sammelzeit trifft man sich am Parkplatz wieder und die Pilzsachverständige Frau Kopsch wird den eifrigen Sammlern ihre hoffentlich reichlichen Funde erläutern, insbesondere auch, ob sie für den menschlichen Verzehr geeignet sind, oder doch besser ein herbstliches Gesteck bereichern sollten. Für die Exkursion sollten etwa drei Stunden eingeplant werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung selbst ist kostenlos, es wird jedoch für die Naturschutz- und Umweltbildungsarbeit der Naturwacht um eine Spende gebeten. Bei Fragen und um sich anzumelden, wenden Sie sich bitte an die Naturwacht in Parey Tel. 033872 / 700 25 oder 0175 7213060.

Poesie in Flaschen aus Baruth

Text & Fotos Silvia Passow

In Baruth wird der Weinbau als Gemeinschaftsprojekt verstanden. Den Mitgliedern des Instituts zur Entwicklung des ländlichen Kulturraumes geht es nicht um materiellen Gewinn, was zählt, ist die miteinander verbrachte Zeit im Weinberg. Das Ergebnis heißt „Goldstaub“ und lässt sich hervorragend zu Brot & Käse genießen.

Der Weinberg-ein Urlaubsmoment

Der Tag war verregnet, doch nun öffnet sich die Wolkendecke und die wärmenden Sonnenstrahlen tasten erst zart, dann sehr bestimmt, über das satte Grün des Weinberges. Dicke Regentropfen kullern von den prallen Trauben, die Verlockung, sich unter den Weinreben auszustrecken und von den Träubchen zu naschen ist groß. Weinberg und Sonne, wer denkt da nicht an unbeschwerte Urlaubsmomente, an zartschmelzenden Käse, den Kräuterduft des Südens. Doch tatsächlich liegt dieser Weinberg in Baruth, im Landkreis Teltow-Fläming, in Brandenburg. Nicht gerade ein bekanntes Weinbaugebiet.

Ragna Haseloff und die Früchte ihrer Arbeit in flüssiger Form

Gewinner des Klimawandels

„Weinbau geht in Brandenburg sehr gut und mit dem Klimawandeln verbessern sich die Bedingungen sogar noch“, sagt Reiner Wittkowski. Seine Behauptung kann der passionierte Weinliebhaber belegen. Denn mit ihrem Solaris 2019 holten die Baruther Weinbauern bei der Berliner Wein Trophy eine Silbermedaille. Was noch ein ganz klein wenig Raum nach oben lässt, anvisiertes Ziel, die Goldmedaille für ihren Wein, den sie „Goldstaub“ nennen.

Noch ein wenig säuerlich, die Sonne soll noch für etwas Süße sorgen

Gemeinschaftsprojekt Rebenpflege

Sie, das sind die derzeit 14 Mitglieder des Instituts zur Entwicklung des ländlichen Kulturraumes, kurz I-ku. Ein Verein, der „die Räume zwischen Stadt und Land entwickeln möchte“, wie Anja Osswald sagt.  Auch sie ist Vereinsmitglied, so wie Ragna Haseloff, die erzählt, wie es zur Idee des Weinbergs bei Baruth kam. Auslöser war das alte Stadtwappen „Baruth in der Mark“. Im Mittelpunkt steht eine hübsch geformte Rebe dunklen Weins. Weinbau in der Mark Brandenburg? Warum eigentlich nicht? Angetrieben von einer gehörigen Portion Idealismus legte der Verein 2006 los. 

Urlaubsstimmung, sobald die Sonne für warmes Licht zwischen den Rebstöcken sorgt

Ein Traum gedeiht und trägt Früchte

2007 wurden die ersten Rebstöcke auf den sanften Hügel des Mühlenberges bei Baruth gepflanzt. Mit den Einnahmen des Weinberges sollten Kulturveranstaltungen finanziert werden, erzählt Haseloff und lacht. In den ersten zehn Jahren reichte der Ertrag für die anstehenden Investitionen. Der wirtschaftliche Aspekt stand jedoch nie im Vordergrund, sagt 56jährige weiter. „Wir wollten für Baruth einen schönen Ort schaffen. Und ein Weinberg ist so ein schöner Ort“, stellt sie fest. Einen Ort für die Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft ist es, die den Betrieb auf dem Weinberg am Laufen hält. Denn hier fassen alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich mit an. Man trifft sich regelmäßig zu Pflege des Weinberges und zum geselligen Ausklang. Deshalb heißt der Wein „Goldstaub“, er ist das Ergebnis des Zusammenwirkens rund ums Jahr. Das gemeinschaftliche, solidarische Zusammenwirken macht den Rebensaft kostbar, erklärt Haseloff.

Inspizieren, arbeiten, genießen, hier passiert alles gemeinsam

Lernen mit Genuss

Als sie damals mit dem Weinbau begannen trafen sie auf ungläubiges Staunen. Weinbau in Baruth? Und dazu kam, keines der Vereinsmitglieder ist Landwirt oder Winzer. Das fehlende Wissen war keine Hürde, es ließ sich nacharbeiten. Stattdessen sind es die unterschiedlichen Qualifikationen der Vereinsmitglieder, die das Projekt bereichern. Die Landschaftsarchitektin Haseloff brachte ihre Kenntnisse ein, ebenso wie die Kulturwissenschaftlerin und Regionalentwicklerin Anja Osswald. Beruflich mit Wein hatte sich einst Reiner Wittkowski befasst. Der Lebensmittelchemiker hatte Wein geprüft. Er und seine Frau Marita Wittkowski lernten den Weinberg bei einem der Weinbergefeste kennen und blieben. Seitdem sind die beiden Ruheständler im Verein aktiv. Und es war Wittkowski der vorschlug, den Wein bei der Berliner Wein Trophy ins Rennen zu schicken.

Ohne Pestizide arbeiten

Auf dem 1 Hektar großen Weinberg werden pilzwiderstandsfähige Rebsorten wie Solaris, Helios, Johanniter und Muscaris angebaut. Für die Auswahl der Rebsorten ließ Haseloff sich von Fachleuten aus Freiburg im Breisgau beraten. Zuvor hatte Haseloff sich in der Umgebung umgehört. Doch dort, wo in den Gärten Wein angebaut wurde, kamen auch fast immer Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Das wollte Haseloff nicht, sie setzte auf die Widerstandsfähigkeit der Sorten. Für den Brandenburger Sandboden eigenen sich die nun gepflanzten Sorten ganz hervorragend, sagt sie. „Zwei bis dreimal im Jahr müssen wir schwefeln. Das wird auch im Biolandanbau zugelassen“, sagt sie.

Alles Handarbeit

Die Pflege des Weinberges beschäftigt die Vereinsmitglieder rund ums Jahr. Man trifft sich jeden Freitag, Anfang März geht es los mit dem ersten Rebschnitt, ab Mai werden die Knospen ausgebrochen. Danach geht es weiter mit dem regelmäßigen Schnitt und der Wein wird hochgebunden. „Weinanbau ist sehr viel Handarbeit. Das unterscheidet den Weinbau schon sehr von der Landwirtschaft“, sagt Haseloff. 65 Reihen aus Rebstöcken müssen abgelaufen werden. 4500 Rebstöcke kontrolliert, geschnitten, gebunden werden. Wichtig ist auch, so Haseloff, das Freilegen der Trauben. Darunter versteht man das Wegschneiden der Blätter, damit die Sonne ungehindert auf die Trauben trifft. Vereinsmitglied Horst Bidiak, der sonst sein Geld als Geograf verdient, zeigt, wie das geht.

„Im August viel Regen, ist dem Wein kein Segen“

Lautet ein Sprichwort. Und tatsächlich sorgen sich die Vereinsmitglieder in diesem Jahr um die Qualität ihres Weines. Der hat nämlich noch nicht den gewünschten Oechsle Grad erreicht. Das Wetter war in diesem Jahr nicht im Sinne der passionierten Weinbauern. Die warmen Sommer 2018 und 2019 hatten für besonders reiche Weinlesen gesorgt. Um die 4000 Flaschen schafft der Baruther Weinberg in guten Jahren. Im letzten Jahr hatten Spätfröste dem Wein zugesetzt. Etwas mehr als 1000 Flaschen konnten gewonnen werden. Es sind liebliche und trockene Weißweine, die aus Baruth abgefüllt werden. Nahe der Scheune, die 2014 mit Fördermitteln gebaut wurde, stehen einige Rebstöcke mit leuchtend roten Trauben. Ein Versuch, Reiner Wittkowski glaubt, der Rote haben in den nächsten Jahren gute Chancen. Wenn die Sommer noch wärmer und trockener werden. Der Weinberg Baruth ist einer der nördlichsten Weinberge Deutschlands. Bisher nicht das Anbaugebiet für einen süffigen Roten. Wittkowski sagt, in den kommenden Jahren könnte sich das ändern, Stichwort Klimawandel. „Landwirte und Weinbauern müssen sich auf den Klimawandel einstellen“, bekräftigt er.

Prall gfüllt mit Sonne und Liebe zur Frucht

Einheit in Flaschen

2020 brachte allerdings den „Einheitswein“ in die Flasche. Am 3. Oktober gelesen, war der Name quasi vorgegeben, sagt Haseloff. „Er verbindet das Beste aus Ost und West“, sagt sie. Gekostet werden können die Weine beim jährlichen Weinbergfest. Das zieht inzwischen Menschen aus Berlin und den gesamten Landkreis an“, sagt Haseloff.

Die Begleitung zum Wein ist von schlichter Eleganz

Landaffine Städter & Landeier

Damit erfüllt sich die Zielsetzung des Vereins, die Zusammenführung von Stadt und Land, die Zwischenräume sind gefüllt. Menschen, die hier geboren wurden, die hier leben und „Landaffine Berliner“, wie Osswald sie nennt. Sie alle teilen die Freude am Weinberg und dem Wein. Den kann man in ausgesuchten Restaurants der Region genießen. Oder in regionalen Geschäften wie dem „Tante Ella Laden Luckenwalde“ oder dem WeinSalon Glashütte, im Baruther Ortsteil Glashütte, kaufen. Auch beim Brandenburger Kultur- und Weinkontor in Potsdam lässt sich Baruther „Goldstaub“ erwerben. Robert Louis Stevenson verdanken wir den Ausspruch „Wein ist Poesie in Flaschen“. Baruther Poeten und Weinfreunde genießen zum Goldstaub Käse aus der Region und Brot vom Landbäcker.

Belohnung mit Goldstaub

Weinbau hat auch in Brandenburg Tradition

Übrigens: Der Weinbau in Brandenburg wird auf das Jahr 1125 und König Lothar III. zurückgeführt. Im Mittelalter kam in Brandenburg richtig Schwung in den Weinanbau, neben fränkischen und niederrheinischen Siedlern waren es die Zisterzienser, die den Weinbau, sie benötigten den Wein für die Heilige Messe, in Brandenburg vorantrieben. In Brandenburg wird von Prenzlau über Werder bis Bad Liebenwerda Wein abgebaut.

Beispielloser Anstieg von Hitzerekorden und Extremregen in Beobachtungsdaten

Pressemitteilung des Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vom 7. Oktober 2021

Die Häufigkeit monatlicher Hitzerekorde hat in den letzten zehn Jahren um das 90-fache zugenommen, im Vergleich zu 1951-1980. Das haben Forschende in Beobachtungsdaten festgestellt. Die monatlichen so genannten 3-Sigma-Ereignisse – Hitzewellen, die stark von dem abweichen, was in einer bestimmten Region normal ist – betreffen inzwischen im Durchschnitt etwa 9 Prozent der gesamten Landfläche. Auch Regenextreme haben zugenommen; im Durchschnitt kann einer von vier rekordhohen Tagesniederschlägen im letzten Jahrzehnt auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Schon heute sind Extremereignisse, die mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel zusammenhängen, auf einem noch nie dagewesenen Niveau, erklären die Forschenden. Und sie erwarten eine weitere Zunahme.

„Noch stärker ist die Veränderung bei den Extremereignissen, die wir als 4-Sigma-Ereignisse bezeichnen, und die es vorher praktisch nicht gab – hier sehen wir sogar eine Zunahme um das 1000-fache im Vergleich zum Referenzzeitraum. Sie betrafen 2011-20 in jedem Monat etwa 3 Prozent der globalen Landfläche“, sagt der Hauptautor Alexander Robinson von der Complutense-Universität Madrid und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Dies bestätigt frühere Ergebnisse, allerdings mit immer höheren Zahlen. Wir erleben jetzt Extreme, die ohne den Einfluss der menschgemachten globalen Erwärmung praktisch unmöglich wären.“ Der Begriff ‚Sigma‘ bezieht sich auf das, was Forschende eine Standardabweichung nennen.

Das Jahr 2020 brachte zum Beispiel sowohl in Sibirien als auch in Australien lang anhaltende Hitzewellen, die in beiden Regionen zu verheerenden Waldbränden führten. Beide Ereignisse führten dazu, dass ein lokaler Notstand ausgerufen wurde. Im Jahr 2021 erreichten die Temperaturen in Teilen der USA und Kanadas mit fast 50 °C lebensbedrohliche Werte. Weltweit nahmen rekordstarke Hitzeextreme in den tropischen Regionen am meisten zu, da die Tropen normalerweise eine geringe Variabilität der monatlichen Temperaturen aufweisen. Wo die Schwankungsbreite normalerweise gering ist, können schon vergleichsweise geringe Verschiebungen zu Rekorden führen. Weil die Temperaturen jedoch insgesamt weiter steigen, werden Hitzerekorde durch den menschgemachten Klimawandel auch in nördlichen Regionen mit ihrer größeren natürlichen Variabilität immer häufiger auftreten.

Einer von vier Regenrekorden ist auf den Klimawandel zurückzuführen

Auch die täglichen Niederschlags-Spitzenwerte haben zugenommen. Im Vergleich zu dem, was in einem Klima ohne globale Erwärmung zu erwarten wäre, ist die Zahl der Regenrekorde um etwa 30 Prozent gestiegen. Dies bedeutet, dass einer von vier Rekorden bereits auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen ist. Die Physik dahinter wird durch die Clausius-Clapeyron-Gleichung erklärt: Luft kann pro Grad Celsius Erwärmung 7 Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen.

Wichtig ist dabei, dass in bereits trockenen Regionen wie dem westlichen Nordamerika und Südafrika ein Rückgang rekordstarker Regenfälle zu verzeichnen ist, während in feuchten Regionen wie Mittel- und Nordeuropa eine starke Zunahme auftritt. Generell helfen zunehmende Niederschlagsextreme nicht, um Dürreprobleme zu vermindern.

Geringer Temperaturanstieg, unverhältnismäßig große Folgen

Vergleicht man die neuen Daten mit dem bereits ziemlich extremen vorangegangenen Jahrzehnt 2000-2010, so zeigen die Daten, dass sich die von Hitzeextremen der 3-Sigma-Kategorie betroffene Landfläche in etwa verdoppelt hat. Diejenigen Abweichungen, die so stark sind, dass sie zuvor praktisch nie auftraten, die 4-Sigma-Ereignisse, tauchen in den Beobachtungen neu auf. Die Regenrekorde haben 2011-2020 gegenüber 2000-2010 um 5 Prozentpunkte zugenommen. Die scheinbar geringe Erwärmung in den letzten zehn Jahren von nur 0,25°C hat also die Klimaextreme erheblich ansteigen lassen.

„Diese Daten zeigen, dass die Extreme jetzt weit außerhalb der historischen Erfahrung liegen. Extreme Hitze und extremer Regen nehmen überproportional zu“, sagt Ko-Autor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Unsere Analyse bestätigt einmal mehr, dass es bei den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf uns Menschen wirklich auf jedes Zehntel Grad ankommt.“


Artikel: Alexander Robinson, Jascha Lehmann, David Barriopedro, Stefan Rahmstorf, Dim Coumou(2021): Increasing heat and rainfall extremes now far outside the historical climate. npj climate and atmospheric science [doi: 10.1038/s41612-021-00202-w]

Weblink zum Artikel: https://www.nature.com/articles/s41612-021-00202-w

Aktiver Katzenschutz: So kann man Straßenkatzen helfen

Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbund vom 5. Oktober 2021

Katzenhalter und Tierfreunde können selbst aktiv werden, um den rund zwei Millionen in Deutschland lebenden Straßenkatzen zu helfen – darauf macht der Deutsche Tierschutzbund im Rahmen seiner Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ aufmerksam. Damit die Population nicht weiter ansteigt, ist zum Beispiel die Kastration der eigenen Katze entscheidend. Aber auch durch ehrenamtliches Engagement, kleine Hilfestellungen oder Aufklärungsarbeit kann man selbst seinen Teil zum Katzenschutz beitragen.

„Straßenkatzen sind meist krank und unterernährt. Sie leben versteckt in Kleingartenanlagen, auf Friedhöfen oder Industriegeländen. Alle stammen von unkastrierten Hauskatzen ab, die sich unkontrolliert mit anderen Straßenkatzen oder nicht kastrierten Freigängerkatzen fortpflanzen konnten“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Entscheidend sei daher, dass Katzenhalter sich ihrer Verantwortung bewusst sind und ihre Tiere kastrieren lassen: „Nur, wenn alle mithelfen, werden langfristig weniger Straßenkatzen ohne ein liebevolles Zuhause um ihr Überleben kämpfen müssen“, so Gerlach.

Ihren Appell richten die Tierschützer nicht nur an Halter von Freigängerkatzen. Da auch Wohnungskatzen mal entwischen können, sei es grundsätzlich sinnvoll, diese vom Tierarzt ebenfalls kastrieren zu lassen. Ergänzend sollte man die Tiere mit einem Mikrochip kennzeichnen lassen und bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registrieren.

Auch Tierfreunde ohne eigene Katze können sich für Straßenkatzen stark machen: Wer selbst aktiv werden will, kann sich im örtlichen Tierschutzverein engagieren, etwa bei der Betreuung von Futterstellen. Warme Schlafplätze für Straßenkaten lassen sich mit Hilfe einer Styroporkiste leicht selbst basteln (Anleitung unter www.jugendtierschutz.de/tiere/tiere-zu-hause/katzen). Spenden für Kastrationen und die Versorgung von Straßenkatzen werden in den Tierschutzvereinen immer dringend benötigt. Damit das Leid der Straßenkatzen und seine Ursache bekannter wird, sollte man auch andere Menschen auf die Wichtigkeit der Kastration hinweisen und die Thematik über die eigenen Social-Media-Kanäle verbreiten. Für die Aufklärungsarbeit können Tierfreunde den Hashtag ‪#‎KatzenHelfen, die extra kreierten Kampagnen-Motive des Deutschen Tierschutzbundes sowie dessen Aktions-Aufkleber nutzen. Alle Infos und weitere Tipps finden Katzenfreunde auf der Website www.tierheime-helfen.de/katzenschutz-aktiv-werden.

NABU und LBV rufen wieder zur Wahl des Vogels des Jahres auf

Pressemitteilung des NABU vom 5. Oktober 2021

Potsdam
. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Ab dem 6. Oktober lassen der NABU und sein bayerischer Partner, der LBV (Landesbund für Vogelschutz), den Vogel des Jahres 2022 zum zweiten Mal öffentlich wählen. Jeder und jede kann unter www.vogeldesjahres.de mitbestimmen, wer der neue Jahresvogel wird.

„Bei der ersten öffentlichen Wahl hatten sich über 455.000 Menschen beteiligt und das Rotkehlchen zum Vogel des Jahres 2021 gekürt – eine überwältigende Beteiligung“, so Christiane Schröder, Geschäftsführerin des NABU Brandenburg, „Wir freuen uns sehr, dass das Interesse an Naturschutz und der heimischen Vogelwelt so groß ist und legen darum die Vogelwahl auch für die kommenden Jahre in die Hände aller, die mitentscheiden wollen.“

In Deutschland leben 307 Vogelarten. Damit die Wahl etwas erleichtert wird, haben die Vogelkundler des NABU fünf Arten ausgesucht, unter denen abgestimmt werden kann. Für den Jahresvogel 2022 ins Rennen gehen: Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf.

„Jeder der fünf Vögel steht für ein Naturschutzthema, das unsere Aufmerksamkeit braucht“, so Schröder, „So sind mit Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf gleich drei Zugvogelarten auf der Wahlliste. Zugvögel leiden besonders stark unter dem Klimawandel, da sie auf intakte Verhältnisse an mehreren Orten der Welt angewiesen sind.“

Die Mehlschwalbe hat als Insektenfresser und Gebäudebrüter zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Durch das Insektensterben hat sie weniger Nahrung zur Verfügung. Zudem werden ihre Nistplätze etwa bei Gebäudesanierungen entfernt. Ihr Wahlkampfslogan lautet darum: „Mieterschutz für Vögel!“

Der Steinschmätzer ist wie auch die Mehlschwalbe ein Langstreckenzieher und mit 30.000 Kilometern Jahreszugstrecke rekordverdächtig unter den Singvögeln. Schröder: „Vom Aussterben bedroht ist diese Art bei uns, weil sie immer weniger Lebensraum zur Verfügung hat. Der Steinschmätzer braucht offenes, vegetationsarmes Gelände.“ Darum geht er mit dem Slogan „Mut zur Brache!“ ins Rennen.

Der Wiedehopf ist mit seinem langen Schnabel und seinen orangefarbenen Scheitelfedern der optisch spektakulärste Kandidat. Er lebt ausschließlich in besonders warmen Gegenden in Deutschland, etwa am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg, in Brandenburg ist er z.B. auf Truppenübungsplätzen anzutreffen. „Die Art wäre deutlich häufiger, wenn es mehr halboffene Landschaften mit vielen Insekten gäbe, wie z.B. extensiv genutzte Weideflächen“, so Christiane Schröder. Der Wahlkampfspruch des Wiedehopfs heißt: „Gift ist keine Lösung!“

Den Feldsperling dürfte jeder und jede schon einmal gesehen haben. „Er hat sich wie auch der Haussperling den Menschen angepasst und lebt häufig in unseren Siedlungen. Die Spatzenart hat nach der Brutzeit ein ausgeprägtes Sozialverhalten, die Vögel versammeln sich dann gern in Sträuchern. Der Feldsperling brütet in Baumhöhlen oder Nistkästen und fordert auch deshalb: „Ohne Gehölz, ohne mich!“

Sein gruseliger Name täuscht: der Bluthänfling ist kein Greifvogel, sondern eine kleine Finkenart mit roter Brust und einer Vorliebe für vegetarische Kost, wie Körner, Samen und Früchte. Sein Bestand ist gefährdet, weil er in monotonen Ackerlandschaften keine Heimat findet. Er fordert für seinen Brutplatz: „Mehr Hecken zum Verstecken!“

Am 6. Oktober wird das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de freigeschaltet. Bis zum Vormittag des 18. November kann abgestimmt werden. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.


Eule sucht Bauer

Der NABU Osthavelland unterstützt Landwirte mit Nistkästen, wenn sie sich für die biologische Mäusebekämpfung entscheiden

Foto: Pixabay

Text von Silvia Passow

Brieselang.    Im Havelländischen Bredow, einem Ortsteil der Gemeinde Brieselang, steht Monika Weber hoch oben auf der Leiter. Sie reinigt den Nistkasten für Schleiereulen, den sie und die Ehrenamtlichen der Eulen und Greifvogel-Gruppe des NABU Osthavelland, im letzten Jahr in der Scheune aufgehangen haben. Noch ist hier keine Schleiereule eingezogen. Doch Landwirt Volker Pardemann hat Hoffnung, dass es mit dem Einzug der Schleiereule noch was wird. Deshalb lässt er in einer anderen Scheune, einen weiteren Nistkasten einbauen. Denn die Schleiereulen, sollen ihn bei der Mäusebekämpfung unterstützen.

Der Pferdehof Pardemann in Bredow, einem Ortsteil von Brieselang im Havelland
Foto: Silvia Passow

Großer Appetit auf Mäuschen

Eine Schleiereule frisst am Tag 3 bis 4 Mäuschen. Was zunächst überschaubar klingt, doch wenn ein Schleiereulenpaar erfolgreich brütet, dann steigt der Bedarf enorm. 4 bis 10 Eier legt die Schleiereule, dazu baut sie kein Nest, sondern sucht sich bevorzugt dunkle Ecken. Die können in Scheunen und Kirchtürmen sein, auch Trafohäuschen, die etwas abseits menschlicher Siedlungen stehen, sind beliebt. Nun heißt es für die Altvögel Futter ranholen. Zur Aufzucht der Jungen benötigen die Eulen 3000 Mäuse. Das entspricht 115 Kilogramm Mäuse, rechnet Konrad Bauer um. Der 73jährige leitet die Eulen- und Greifvogel- Arbeitsgruppe des NABU Osthavelland. Denn tatsächlich haben Schleiereulen einen recht einseitigen Speiseplan. Mäuse machen 94 bis 96 Prozent ihrer Nahrung aus. „Ich habe in den sechs Jahren, die ich mich um die Eulen kümmere, kürzlich zum ersten Mal die Überreste eines Feldsperlings in einem von Eulen bewohnten Nistkasten gefunden“, sagt Konrad Bauer. Dazu kommt: In sogenannten Mäusejahren, also Jahren, in denen es besonders viele Mäuse gibt, haben auch Schleiereulen mehr Junge. Sie können dann sogar ein zweites Mal in der Saison erfolgreich brüten.

Einseitige Kost, Schleiereulen lieben Mäuse, Mäuse und dann noch Mäuse
Foto: Pixabay

Eine Heimat für gefährdete Vogelarten

Bauer und sein Team bringen in Kirchtürmen, Trafohäuschen und Scheunen Nistkästen für Schleiereulen, Turmfalken und Dohlen an. Der Naturschützer ist dabei ständig auf der Suche nach Kirchengemeinden und Landwirten, die den Tieren einen Unterschlupf gewähren. Besonders bei den Landwirten ist diese Kooperation an Voraussetzungen geknüpft. Sie dürfen keine Mäusegifte einsetzen. Denn diese Gifte können die gesamte Brut der Schleiereulen töten, wenn die Altvögel eine mit Mäusegift belastete Maus den Küken als Futter bringen.

Das Turmvogel-Team des NABU Osthavelland: Konrad Bauer, Monika Weber und Bernd Wieseke
Foto: Silvia Passow

Die Eule als Partner

Für Volker Pardemann ist der Einsatz von Mäusegift kein Thema. Er führt seinen Betrieb in fünfter Generation. Zum Reiterhof gehören Wiesen und Ackerland, hier baut er verschiedene Getreidesorten an. Bei Pardemann geht es nicht nur den Pferden gut. Auf dem Grundstück steht ein Storchennest, Schwalben zeigen ihre Flugkünste und in den Scheunen kann man ihre Nester bewundern. Bereits vor einigen Jahren hat er selbst einen Nistkasten für eine Eule gebaut, der wurde im letzten Jahr durch einen Kasten des NABU ausgetauscht.

Die Schleiereule
Foto: Pixabay

Die ganz besondere Tischlerei

Der NABU Osthavelland lässt die Nistkästen seit Jahren von der Tischlerei Sinalkol in Nauen anfertigen. Dort zimmern Langzeitarbeitslose die Nistkästen, mit Klappen zum Öffnen. Denn das NABU Team schaut regelmäßig nach den Nistkästen, führt Buch über die Bewohner, notiert Bruterfolge und Verluste. Die Nistkästen werden vom NABU gereinigt und repariert. Außerdem verfügen die Kästen über Marder-Sicherungen. Der Marder gehört zu den Bedrohungen der Eulen aus dem Tierreich. Auch Waldkauz und Uhu gehören dazu, ebenso wie Waschbären.  

Die Tischlerei Sinalkol fertigt die Brutkästen nach Konrad Bauers Wünschen, einer jahrelange, bewährte Zusammenarbeit hat sich hier gebildet
Foto: Silvia Passow

Die Eule soll sich wohlfühlen

Im letzten Winter bemerkte das Ehepaar Pardemann eine Schleiereule in einer anderen Scheune. Dort hat das NABU Team den zweiten Nistkasten angebracht. Hier lagert bereits viel Futter für den Winter. Sollte sich eine Eule im Schuppen niederlassen würde sie im Winter die Mäuse fangen, die sich mit den Futtervorräten in die Scheune geschlichen haben.

Das Anbringen der Kästen ist fast immer eine Herausforderung. In diesem Fall würde ein Sturz halbwegs weich enden
Foto: Silvia Passow

Bedrohte Mäusejägerin

Die Schleiereule gehört in Brandenburg zu den vom Aussterben bedrohten Arten, sie wird auf der Roten Liste des Landes in der Kategorie eins geführt. Neben dem schrumpfenden Nahrungsnagebot fehlen ihr zunehmend die Nistmöglichkeiten. Kirchen werden gegen das Eindringen der Vögel gesichert, moderne Scheunen sind hell und licht, die dunklen Ecken mit den Simsen, auf denen die Eulen früher die Tage verbrachten, bevor sie des Nachts auf Mäusejagd ausflogen, es gibt sie kaum noch.    

Oben angekommen, wird der Kasten sicher befestigt
Foto: Silvia Passow

Gemeinsam für die Eulen

Gemeinsam mit den Landwirten ließe sich die Situation für die Eulen verbessern, ist Konrad Bauer sich sicher. Er wirbt für die Mäusejägerin Schleiereule, doch in seinem Wirkungsbereich, dem Osthavelland, hat er bisher nicht einmal ein Dutzend Landwirte überzeugen können, sagt er. Das liege auch an Vorschriften zum Umgang mit den Mäusen, sagt er. Bauer wirbt für seinen kostenlosen Service, für den sich auch der NABU über Mäuse freut, wie er augenzwinkernd sagt. „Außerdem halten die Nistkästen 15 bis 20 Jahre und BASF und Bayer liefern nicht so günstig wie wir“, sagt er.  

Und wieder steht den Schleiereulen, dank Konrad Bauer, ein neues Zuhause zur Verfügung
Foto: Silvia Passow

Kontakt zum Eulen- und Greifvogelteam: eulen-greifvoegel@nabu-osthavelland.de

Naturparkfest in Plessa: Regionalmarkt und Hochzeitszug, Fotowettbewerbssiegern und der neuen Naturparkgemeinde 2021

Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz vom 23. August 2021

Plessa – Am Samstag, dem 28. August, präsentiert sich ab 10 Uhr Plessa erstmalig als Gastgeber des Naturparkfestes. Mit viel Elan haben die Naturparkverwaltung und die Naturparkgemeinde 2019 – Plessa – die Veranstaltung vorbereitet. Im und rund um das Kulturhaus werden zahlreiche Aktionen stattfinden. Höhepunkt ist wieder die Bekanntgabe der neuen Naturparkgemeinde 2021. Diesmal stellten sich fünf Bewerber dem Naturpark-Kuratorium, das als Jury für den Wettbewerb fungiert.

Mit Dobra, Haida, Saathain, Grünewalde und Friedersdorf haben sich dem Kuratorium aktuell fünf Orte mit ihren Aktivitäten vorgestellt. Der Sieger des Wettbewerbes erhält ein Preisgeld von 1.000 Euro von der Sparkasse Elbe-Elster sowie ein Schild mit dem Titel „Naturparkgemeinde 2021“. Außerdem kann die Siegergemeinde gemeinsam mit dem Naturpark ein Projekt auf den Weg bringen.

Zur Prämierung kommt auch der diesjährige Fotowettbewerb unter dem Motto „Oh wie schön ist …“. Es war dazu aufgerufen worden, die Schönheiten in der eigenen Heimat zu entdecken. 256 Fotos haben die 41 Fotografinnen und Fotografen eingereicht – sechs von ihnen werden sich über Preise freuen können.

Das von Naturparkverwaltung, Naturwacht, Naturpark-Förderverein und Gemeinde Plessa im Amt Plessa veranstaltete Naturparkfest beginnt mit dem Heimatlied von Plessa. Dazu werden nicht nur die Plessaer Orchester aufspielen, auch die Plessaer selbst werden als Chor mit einstimmen.

Ein kleiner Regionalmarkt zeigt wieder heimisches Handwerk und bietet Köstlichkeiten aus der regionalen Küche an. Für Kinder gibt es so Einiges an Mitmach-Aktionen. Mit der Nachgestaltung eines historischen Hochzeitszuges von 1896 haben sich die Plessaer etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Oldtimer, Traktoren, der Tanz um den Maibaum und viel Musik runden das Ganze ab.

Da die Veranstaltung in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen stattfindet, werden alle Gäste gebeten, sich an die entsprechenden Regeln zu halten. Diese liegen schriftlich an den Einlässen, den Informationsständen und im Kulturhaus aus.

Programm:

9:30 Uhr                Hähnewettkrähen

10:00 Uhr              Eröffnung mit Heimatlied Plessa, dem Chor Plessa

                               und den Plessaer Orchestern

10:10 Uhr              Frühschoppen mit dem Orchester der Bergarbeiter Plessa e. V.                                             und dem Jugendblasorchester

                               dazwischen: Tanz um den Maibaum

13:00 Uhr              Ausfahrt der Traktoren und Oldtimer

13:30 Uhr              Historischer Hochzeitszug von 1896

14:30 Uhr              Auszeichnung Naturparkgemeinde 2021

15:00 Uhr              Plessaer Kinder im Rampenlicht

15:30 Uhr              Clownspaß mit Dodo

16:30 Uhr              Prämierung des Fotowettbewerbes „Oh, wie schön ist … “

17:00 Uhr              Tagesausklang mit den Mühlenmusikanten

Rent a Maja

Thibaut Freby aus Falkensee bietet Bienenstöcke zur Miete an

Der Imker aus Falkensee, Thibaut Freby weiß nicht nur nahezu alles über Bienen. Sein Wissen und die Bienen teilt er auch gern mit interessierten Bienenfreunden.

Text & Fotos von Silvia Passow

Bienen sind fleißig, arbeiten selbstlos zusammen und rauben andere Bienen aus. Thibaut Freby ist Imker und weiß viel über Bienen zu erzählen. Auch, dass die Sympathieträger der Insektenwelt nicht nur freundlich sind, sondern auch schon mal bei anderen Bienenvölkern auf Raubzug geben. Freby erzählt aber nicht nur über Bienen, er leiht sie auch aus. Firmen und Unternehmen sind seine Hauptkunden, auf Nachfrage kann der Bienenstock auch im heimischen Garten aufgestellt werden.  

Der Kopf ist eingehüllt, die Hände schutzlos. Ja, sagt Freby, ab und an wird er auch mal gestochen.

Fleißige Bienen

Natürlich, Bienen sind für die Bestäubung der Pflanzen unersetzlich. Dort, wo es weniger Bienen gibt, übernehmen mit Pinseln ausgerüstete Menschen den Job. Frebys Honigbienen erfreuen ihn und seine Nachbarn mit höheren Ernteerträgen, dazu produziert ein Schwarm im Jahr rund 100 Kilogramm Honig.

Kaum ist der Bienenstock geöffnet geht das Summen und Wuseln los.

Bienen mieten leicht gemacht

Wer möchte, kann bei Freby einen ganzen Bienenschwarm mieten. Besonders für Unternehmen und Firmen, sei dies ein gutes Angebot sagt der Imker aus Falkensee. Mit den Bienen könne ein umweltbewusstes Image geschaffen werden und für die Mitarbeiter sind Bienen ein schönes Zusatzangebot. Bienen beobachten und gern führt Freby die Kunden in die geheimnisvolle Welt der Bienen ein. Die Versorgung der Bienen während der Mietzeit übernimmt er ohnehin. Da bleibt auch Zeit zum Plauschen über das arbeitsreiche Bienenleben. 

Rauch und Ruhe sind für Imker unbedingte Helfer im Alltag mit den Bienen.

Seit 10 Jahren leben mit Bienen

Seit 2011 imkert der aus Frankreich stammende Freby in Falkensee im Havelland. Davor, sagt er, war er ein Stadtmensch. Zu den Bienen kam er durch einen Bekannten, der wollte altersbedingt die Bienen abgeben. Von ihm übernahm Freby die Bienenvölker und die Ausstattung, erzählt er. Damit es den neuen Gartenbewohnern gut geht, trat Freby dem Imkerverein bei. „Das kann ich nur jeden Imker dringend empfehlen. Man kann viel von den erfahrenen Imkern lernen“, sagt er. Außerdem besucht er regelmäßig das Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf im Kreis Oberhavel.

Bienen, Bienen und noch mehr Bienen

Imkern als Ausgleich zum Büro

Für Freby ist das Imkern ein Ausgleich zu seinem Beruf, der ihn an Schreibtisch und Innenräume bindet. Und ein Beitrag zum Naturschutz, von Beginn an setzt er auf biologische Kreisläufe. In seinem Garten nutzt er keine chemischen Pflanzenschutzstoffe. Allerdings bleiben die Bienen nicht unbedingt dort, fliegen bis zu 3,5 Kilometer weit, wenn sich die Nektarquelle lohnt, berichtet Freby. Bienen gehen dabei recht pragmatisch vor, weniger große Nektarausbeute und geringe Wege sind ihnen ebenso willkommen, wie eine gewisse Flugzeit und dafür eine reich gedeckte Pollentafel. Sie informieren sich gegenseitig über gute Futterplätze, erzählt Freby. Und Bienen geben sich nicht nur mit den Früchten der eigenen Arbeit zufrieden. Wenn sie auf ein geschwächtes Bienenvolk treffen, plündern sie den Bienenstock schon mal aus.

Wie kontrolliert man eigentlich beim Bienenverleih, ob am Ende auch alle Bienen wieder zurückkommen? Der Imker lacht und muss vertrauen, denn durchzählen scheint unmöglich.

Wuseln im Bienenstock

Wie es in so einem Bienenstock aussieht, führt der 49jährige gern vor. Dazu setzt er den typischen Imkerhut auf und zündet die Räucherpfeife an. Soll der Rauch die Bienen friedlich stimmen? Freby lacht, nein, das scheint nur so. Tatsächlich löst der Rauch Stress aus, sagt er und erklärt auch gleich warum. „Eigentlich leben die Bienen in hohlen Bäumen im Wald. Eine der wenigen Gefahren, sind Waldbrände. Riechen die Bienen den Rauch, wissen sie, dass sie flüchten müssen. Da sie nicht wissen, wann diese Flucht beendet ist, packen sie so viel Honig ein, wie sie tragen können. Dadurch fliegen sie langsamer und schwerfälliger.“ Diesen Effekt nutzen die Imker mit den Räucherpfeifen. Nun nimmt Freby mit bloßen Händen die einzelnen Rahmen mit den Waben heraus. Die Bienen lassen ihn gewähren. Freby zeigt, hier ist eine dicke Drohne, dort sind die Waben geschlossen, dort wird eine Drohne ausgebrütet. Unglaublich, was in diesen Waben alles zu erkennen ist. Als einige Regentropfen fallen baut Freby den Bienenstock wieder zusammen. Bienen mögen keinen Regen und für den Honig ist er auch nicht gut.

Das ist wirklich fair, Freby nimmt den Bienen nicht den ganzen Honig weg.

Im Honig steckt viel Aufwand

Rund 40 000 Mal fliegt eine Biene für ein Glas Honig aus, sagt Freby. Von dem Honig holt er sich rund 20 Prozent aus dem Bienenstock. Die Bienen brauchen den Honig für die Aufzucht ihrer Brut, erklärt Freby. „Es wäre einfach nicht fair, ihnen mehr abzunehmen“, sagt der Imker.

So viele Bienen, gestochen hat mich am Ende keine.

Bienen stören das Familienleben nicht

Jetzt im Hochsommer ist Hochbetrieb im Bienenstock. Im Winter leben etwa 5000-8000 Bienen im Stock und bilden dort eine Kugel. Dabei wechseln die Bienen immer wieder die Position, tauschen die wärmeren Innenplätze mit den frischen Plätzen am Außenrand der Kugel. Im Sommer können es bis zu 50 000 Bienen in einem Bienenstock werden. Zu merken sind die vielen Tiere nicht, sagt Freby. Sie fliegen nicht ins Haus und „wir können auch auf der Terrasse unbehelligt frühstücken“, sagt er. Dann gibt es auch Honig. Die erste Portion schleudert Freby nach der Blüte der Frühlingsblüten, dann wartet er die Blüte der Linden ab. Aus dem Wachs fertigt er Kerzen und seit neusten baut er Insektenhotels für Wildbienen.

Dank Herrn Freby kam ich ohne Bienenstich nach Hause. Den schicken Hut musste ich aber wieder abgeben.

Ein Jahr Mietzeit empfohlen

Um den Lebenszyklus und die Leistung der Bienen besser zu verstehen, empfiehlt der Imker eine Mietzeit von einem Jahr. Dann kann man im Winter hören, wie es leise im Bienenstock summt und im Sommer die Bienen beim Ausfliegen beobachten. Mehr zum Miet-Service mit Biene unter: www.planbee.berlin

Fledermäuse entdecken

Pressemitteilung des NABU Brandenburg vom 19. August 2021


Europäische Fledermausnacht / NABU lädt zu Batnight-Terminen ein

Ende August, zur 25. Internationalen Fledermausnacht kann man die wendigen Insektenjäger wieder auf zahlreichen Veranstaltungen in Brandenburg erleben. In Neuenhagen, im Naturpark Barnim, im Panketal und in den NABU-Erlebniszentren Blumberger Mühle und Rühstädt können große und kleine Fledermausfreunde im August auf Forschertour gehen.

Bald ist die Fledermaus-Saison schon wieder vorbei. „Dann werden sich unsere kleinen nächtlichen Flattertiere für die Winterstarre wieder in Nischen und Ritzen auf unseren Dachböden, in unseren Kellern und in alten Bäumen verstecken oder zum Winterurlaub gen Süden ziehen“, so die Leiterin des NABU-Projekts „Fledermausfreunde“ Julia Teubner. „Wer die faszinierenden Flattertiere also noch aus nächster Nähe erleben möchte, sollte einen der vielen Batnight-Termine im August besuchen.“ An einigen Orten in Brandenburg können Interessierte – große wie kleine – mehr darüber erfahren, was diese Säugetiere so besonders macht und wie wir ihnen unter die Flügel greifen können.

Am kommenden Freitag hat der NABU Neuenhagen ein spannendes Programm für die ganze Familie im Hellpfühlepark zusammengestellt: Am 20. August wird ab 19 Uhr gebastelt und die Kleinsten beim Kinderschminken selbst in kleine Flatterer verwandelt. Beim Netzfang können mit etwas Glück einige der 19 in Brandenburg vorkommenden Arten näher unter die Lupe genommen werden.

Am letzten August-Wochenende locken gleich vier Batnight-Termine, nämlich am Freitag, den 27. August im Naturpark Barnim und am Samstag, den 28. August im Panketal sowie in den NABU-Erlebniszentren Blumberger Mühle und Rühstädt. Auch hier locken spannende Aktivitäten wie Fledermaus-Netzfang, Kinderschminken und -basteln und vieles mehr!
Termine des Projekts „Fledermausfreunde“ unter nabu-bb.de/fledermaus-termine

Hintergrund:
Die Internationale Batnight wird von EUROBATS, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz, veranstaltet. In Deutschland wird sie vom NABU organisiert. Mit der Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. In Deutschland sind vier Arten stark gefährdet, drei sogar vom Aussterben bedroht. Zwölf weitere Arten sind gefährdet, stehen auf der Vorwarnliste oder es gibt nicht genug Daten, um ihre Gefährdung genau einschätzen zu können.

Weltweit gibt es mehr als 1.000 Fledermausarten, von den 27 in Deutschland vorkommenden Arten wurden mittlerweile 19 in Brandenburg nachgewiesen. Es werden Wald- bzw. Siedlungsbewohner unterschieden, die bevorzugt in Wäldern oder eben menschlichen Siedlungen nach Quartieren suchen und entsprechend unterschiedliche Ansprüche an den Unterschlupf haben. Ihr größtes Problem ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen. Zwar bietet die Stadt viele Möglichkeiten, Ersatz für natürliche Quartiere wie Felsspalten oder abstehende Rinde zu finden. Doch die Modernisierung von Fassaden und Dächern zerstört wichtige Fledermausquartiere. Fugen und Spalten an Gebäuden werden häufig ersatzlos wegsaniert. Auch alte Bäume, die in ihren Höhlen und Ritzen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend. Hinzu kommt der Einsatz von Pestiziden. Diese sind eine Ursache für das Insektensterben. Pestizide zerstören somit die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse und vergiften die Tiere über die Nahrungskette.

Hilfe bei der Identifizierung von Fundtieren: FINDEFIX verteilt 500 Chiplesegeräte

Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes vom 19. August 2021

Um vermisste Haustiere schnell wieder mit ihren Besitzern zusammenzuführen, stellt FINDEFIX, das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, Tierheimen, Tierschutzvereinen, Tierrettern und behördlichen Einrichtungen 500 Chiplesegeräte zur Verfügung. Mithilfe eines Lesegeräts lässt sich die Nummer des Mikrochips bei Hunden, Katzen und Co. einfach und schnell auslesen und der Besitzer ermitteln – sofern das Tier registriert ist. Unterstützt wird die Aktion vom Tiernahrungshersteller Mars Petcare, der die Chiplesegeräte anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von FINDEFIX gesponsert hat.

„Immer wieder kommt es vor, dass geliebte Haustiere entlaufen oder entfliegen. Nur, wenn sie gekennzeichnet und registriert sind, lassen sich Tier und Halter schnell wieder zusammenführen. Entscheidend ist auch, dass Chiplesegeräte möglichst flächendeckend verfügbar sind, um die Tiere identifizieren zu können. Wir sind daher sehr dankbar, dass Mars Petcare es uns ermöglicht, 500 dieser Geräte an Tierheime, Tierschutzvereine, Tierretter und behördliche Einrichtungen wie Feuerwehrwachen, Polizeidienststellen und Bauhöfe zu verteilen und damit unser Netzwerk zu vergrößern“, sagt Daniela Rohs, Leiterin von FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes. Barbara Bajorat, Geschäftsführerin von Mars Petcare in Deutschland, ergänzt: „Als Mars Petcare wollen wir einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass kein Tier auf der Strecke bleibt! Aus diesem Grund ist es für uns selbstverständlich, FINDEFIX dabei zu unterstützen, entlaufene Tiere schnellstmöglich zu ihren Tiereltern und in ihr liebevolles Zuhause zurückzuführen. Die Initiative markiert einen weiteren wichtigen Schritt bei unserem Vorhaben, die Welt zu einem besseren Ort für Tiere zu machen.“

Identifizierung vermisster Tiere im Katastrophenfall

Auf welch tragische Weise Haustiere von ihren Besitzern getrennt werden können, zeigte in den vergangenen Wochen die Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands. Tiere wurden von der Flut davongespült, fanden angesichts der verwüsteten Umgebung nicht mehr nach Hause oder konnten aus zerstörten Häusern ins Freie gelangen. FINDEFIX stellte kurzfristig mehr als 40 der Chiplesegeräte auch für Tierrettungsorganisationen und Tierschutzvereine zur Verfügung, die vor Ort im Einsatz sind, um Tieren in Not zu helfen. „Die Kennzeichnung und Registrierung hilft auch bei Tragödien wie dieser, Menschen wieder mit ihren geliebten Tieren zusammenzuführen“, sagt Rohs. Naturkatastrophen wie diese verdeutlichen erneut auf extreme Weise, wie wichtig die Kennzeichnung und Registrierung auch bei Tieren ist, die normalerweise nicht nach draußen dürfen. Das gilt natürlich besonders auch für reine Wohnungskatzen – zumal ein Entwischen durch die Haustür oder ein Fenster niemals ganz ausgeschlossen werden kann.