Nachhaltiger Katzenschutz in Schleswig-Holstein Deutscher Tierschutzbund unterstützt erneut Kastrations-Aktion

Pressemitteilung vom 18.Oktober 2019

Der Deutsche Tierschutzbund und der Deutsche Tierschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein unterstützen auch die zweite Runde der organisierten schleswig-holsteinischen Katzenkastrationen in diesem Jahr. Zwischen dem 19. Oktober und dem 17. November können Straßenkatzen in teilnehmenden Kommunen wieder kostenlos kastriert werden. Die langjährige Zusammenarbeit ist ein erfolgreiches Beispiel für nachhaltigen Katzenschutz.

„Etwa zwei Millionen Straßenkatzen gibt es in Deutschland, 60.000 bis 70.000 sind es in Schleswig-Holstein. Sie stammen von unkastrierten Freigänger-Katzen aus Privathaushalten ab und müssen jeden Tag einen harten Kampf ums Überleben führen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Schleswig-Holstein zeigt, dass nur die Kastration diesen Teufelskreis nachhaltig durchbrechen und das Katzenleid beenden kann – das Land und seine beteiligten Kommunen nehmen hier eine Vorreiterrolle ein.“ Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes, ergänzt: „In den Tierheimen wird der Erfolg deutlich sichtbar – mittlerweile müssen bis zu 30 Prozent weniger Fundkatzen aufgenommen werden.“

Seit dem Projektstart in 2014 führten Tierschützer in Zusammenarbeit mit Land und Kommunen bereits sieben Aktionen in Schleswig-Holstein durch. In diesen konnten bis jetzt insgesamt über 15.000 Katzen kastriert werden, davon etwa 60 Prozent weibliche Tiere und 40 Prozent Kater. Für alle Kastrationsaktionen stellten die Landesregierung, kommunale Verbände, die Tierärzteschaft, Tierschutzverbände und private Spender insgesamt rund 1,5 Millionen Euro bereit. Der Deutsche Tierschutzbund beteiligt sich in diesem Jahr mit insgesamt 15.000 Euro, sein Landesverband Schleswig-Holstein außerdem mit 10.000 Euro.

Junge Katze
Foto/Quelle: deutscher Tierschutzbund e.V.

Erforderliche Dokumente für Aktionsteilnehmer im Internet

Um eine Katze kostenlos kastrieren zu lassen, müssen Katzenschützer nachweisen, dass es sich nicht um in Privathaushalten lebende Tiere handelt. Nach der Kastration müssen die Tiere außerdem dort wieder ausgesetzt werden, wo sie eingefangen worden sind. Mehr Infos zur aktuellen Aktion, eine Liste der teilnehmenden Gemeinden und einen Vordruck zur Kostenübernahme finden sich auf der Website der Landesregierung.

Mit der Kampagne “Die Straße ist grausam. Kastration harmlos”, macht der Deutsche Tierschutzverein auf die Wichtigkeit der Katzenkastration aufmerksam.
Foto/Quelle: Deutscher Tierschutzverein e.V.

Mal bei den Nachbarn vorbeigeschaut

Ein Besuch im belgischen Gent zeigt, wie die verkehrsberuhigte Stadt aussehen kann

16.Oktober 2019

Mittwoch Mittag, kurz nach Zwölf. Wir schlendern durch die Innerstadt der ostflämischen Metropole Gent. Vorbei an der St.-Bavo-Kathedrale in deren Inneren der prächtige Genter Altar steht, dem herrlichen Belfried, bestaunen die ungewöhnliche Architektur der Stadthalle. Die Route führt an einer breiten Straße entlang, wir folgen der Asphaltspur, bleiben immer wieder mal stehen, lauschen, nee, immer noch nichts. Was uns irritiert lauschen lässt, ist die Ruhe in einer quirligen, belebten Innenstadt. Dann endlich, ein vernehmliches Quietschen kündigt eine sich nähernde Straßenbahn an. Die Tram der Linie 4 fährt vorbei und hinter ihr bleibt die Straße so ruhig liegen wie zuvor. Radfahrer, Fußgänger aber weit und breit kein Auto.

So sehen Hauptstraßen in der Genter Innenstadt aus
Foto: Silvia Passow

Gents Innenstadt ist seit mehr als zwei Jahren verkehrsberuhigte Zone. Nur sehr wenige Autos dürfen in die Innenstadt fahren, es gibt Sonderregelungen für Anwohner, Lieferverkehr und für Menschen mit Geheinschränkung und klar, die Rettungsdienste haben freie Fahrt. Parkmöglichkeiten gibt es so gut wie keine, wenn überhaupt kann das Auto unterirdisch abgestellt werden. Wer mit dem Auto durch die Innenstadt fährt muss wissen, er oder sie steht hier am Ende der Nahrungskette steht, soll heißen, Fußgänger und Radfahrer haben Vorrang. Und Radfahrer gibt es reichlich in Gent. Hier ist die Aufmerksamkeit des Fußgängers durchaus gefragt, denn sie kommen tatsächlich aus allen Richtungen. Was allerdings auch gesagt sein muss. Ausnahmslos hielten die Radfahrer an Zebrastreifen an und ließen Fußgänger passieren. Fietsen, also Radfahren, erfreut sich in Belgien ohnehin großer Beliebtheit. Entsprechend groß ist das Angebot für Radfahrer.

Voran kommt man zu Fuß oder mit dem Rad, Hauptsache mit Muskelkraft
Foto: Silvia Passow

Deutsche Innenstädte hinken, wenn es um die Autofreiheit geht, mehrheitlich hinterher. Es geht noch immer um die Freiheit der Autos, bzw. deren Insassen. Ich lebe in einer Kleinstadt und sehr gern würden hier einige, überwiegend junge Leute, die Innenstadt von Autoabgasen und Lärm befreien. Ihnen schallt regelmäßig nein, geht nicht, entgegen. Da mag man nicht einmal probieren, was tatsächlich gehen würde. Die Mehrheit der Deutschen, so scheint ist, zeigt sich hier weder Experimentierbereit, noch darf der Gedanke, weniger Auto, allzu laut gedacht sein. Regt man autofreie Räume für Berlin an, regt sich sofort laufstark die deutsche Autofahrerseele. Ich gestehe, ich fahre auch gern Auto. Wohlgemerkt fahren. Im Stau stehen, ist eben stehen und nicht fahren. Wo es dicht wird, weiche ich gern auf andere Verkehrsmittel aus.

Okay, ab und an kommt schon mal ein Auto, aber nur ab und an
Foto: Silvia Passow

Prima, andere machen es halt vor und versuchen es. Nun kann sich nicht jede Stadt mit Gent vergleichen, schon klar. Wenn dann aber einer mutig voranschreitet, lohnt es sich doch mal zu schauen, wie machen die das? Welche Herausforderungen haben die meistern müssen? Welche Widerstände gab es? Wie konnte man auch mit sehr viel weniger Autos, die Leute mobil unterwegs sein lassen?

Auf Tuchfühlung mit der Tram
Foto: Silvia Passow

Gent hat 250 000 Einwohner, davon sind rund 65 000 Studenten. Also eine vergleichsweise junge Stadt. Gent, das auch als das Venedig Belgiens gilt, lockt jährlich viele Besucher. Kaum anzunehmen, dass die Touristen alle mit dem Tretroller anreisen. Taten wir auch nicht. Das Auto wurde in einer Tiefgarage abgestellt und erblickte erst wieder bei der Abreise Tageslicht. Eines darf man mal annehmen. Die Bewohner der alten Handelsstadt wollten ganz sicher keine geschäftlichen Einbußen hinnehmen. Dennoch, man hat es versucht. Auch in Gent passierte die autofreie Innenstadt nicht einfach. Jahrelange Planung war nötig, der grüne Stadtrat für Mobilität, Filip Watteeuw, hatte federführend für die verkehrsberuhigte Innenstadt gesorgt. Laut einem NWS-Bericht, einem Nachrichtenportal aus Flandern, blieb bei der Eröffnung der verkehrsberuhigten Innenstadt ein Verkehrschaos aus. Ab 2020 werden die Regeln für den Autoverkehr in Gent noch einmal verschärft und die Innenstadt zur Umweltzone erklärt.

Unterwegs mit dem Kahn lässt sich die Schönheit der Stadt genießen
Foto: Silvia Passow

Neben drei Tram-Linien fährt ein kleiner blauer Elektro-Bus durch die Innenstadt und bringt Fahrgäste von A nach B. An den Wochenenden ergänzt die Hop-on-Hop off-Wasserstraßenbahn das Angebot im öffentlichen Nahverkehr. Und Fahrräder. Es gibt verschiedene Stationen zum Ausleihen eines Rades. An jeder Ecke Fahrradständer, die oft chronisch überfüllt sind. Wer Abends am Kino vorbeilaufen möchte, muss sich durch allerhand Lenker und Pedale arbeiten. Kostenlose Fahrradparkhäuser gehören ebenso zum Programm. Radfahren ist hier die normale Art der Fortbewegung geworden. Und möglicherweise mag es nur der Ausschnitt sein, in dem sich der Beobachter bewegt, doch irgendwie wirken jene, die da in Gent, in die Pedalen treten, im Durchschnitt deutlich schlanker, als die Besucher und Touristen der Stadt. Ob Verkehrsberuhigung Auswirkung auf die Gesundheit der Bevölkerung, nicht nur in Sachen reine Luft hat, wäre einer weiteren Betrachtung wert.

Gent lässt sich auch wunderbar vom Wasser aus erkunden
Foto: Silvia Passow

Ja, es lohnt sich mal vorbei zu schauen, Gent hat einiges zu bieten. Viel Geschichte, Kunst, Kultur, leckeres Bier und gutes Essen. Apropos Essen. Gent rief als erste Stadt Europas, vor zehn Jahren, einen Veggie-Day, flämisch Veggiedag, aus. Donnerstags kommt in Kantinen und Kita kein Fleisch oder Fisch auf die Teller. Auch Restaurants beteiligen sich am fleischfreien Donnerstag. Das aber nur so ganz nebenbei. Eins nach dem anderen.

Hinter der Mauer aus Beton findet sich der herrliche Strand
Foto: Silvia Passow

Sicher, der Belgier ist nicht per se als Umweltschützer auf die Welt gekommen. Wer diesen Einspruch einlegen will, hat Recht. Es heißt, der durchschnittliche Belgier macht sich keine schlaflosen Nächte, wenn hier oder dort ein Baum gefällt wird. Und eine Ansammlung von drei Bäumen nennt der Belgier bereits Wald, habe ich bei meinem Aufenthalt gelernt. Wer sich mal an die Belgische Küste verirrt hat und kein Meer sieht, dem sei gesagt, die Nordsee findet sich hinter der Hochhausansiedlung! Die Belgier haben ihre Küste derart zugepflastert, dass man meinen könnte, sie haben hier einen zweiten Atlantikwall aufgebaut. Nur diesmal eben selbst und freiwillig, mit Balkonen und zu friedlichen Zwecken. Ich weise auf diese Bausünden hin, weil genau so etwas folgt, wenn man lobend über den Tellerrand schaut. Die sind auch nicht so toll, schau mal was die sich da geleistet haben. Undsoweiterundsofort. Klar können die Belgier gern das Baum umarmen von uns lernen. Wenn sie dann mögen. Wir könnten im Gegenzug die Freude am fietzen übernehmen. Weil das Wort „fietzen“ so schön ist und weil es einfach Spaß macht.

Das schönste Fahrradparkhaus fanden wir allerdings in Brügge.
Foto: Silvia Passow

Wie die Turteltäubchen?

Besser nicht, denn die Tauben, die symbolisch für Liebe, Glück und Frieden stehen sind stark bedroht

15.Oktober 2019

Die Turteltaube wurde vom NABU (Naturschutzbund) zum Vogel des Jahres 2020 ausgerufen. Viel Romantisches verbinden wir mit der Turteltaube. Die Realität ist für die Täubchen weit weniger freundlich. Es fehlen Lebensräume und gehen weiter verloren. Die Taube bevorzugt strukturreiche Wald- und Feldränder, diese gehen durch die industrielle Landwirtschaft verloren.  Dazu kommt, dass die Turteltauben besonders im Süden Europas gejagt werden. Denn die kleinste unserer heimischen Tauben gehört zu den Zugvögeln und verbringt den Winter in Afrika. Ein gefährlicher Weg, schätzungsweise zwei Millionen Turteltauben werden jährlich auf ihren Routen in die Winterquartiere getötet. Allein 800 000 Tiere wurden in Spanien getötet. Dazu kommen mehrere 100 000sende illegale Abschüsse.  Die Turteltaube darf in 10 Mitgliedstaaten der EU gejagt werden. Und das obwohl die Turteltaube auf der globalen Roten Liste steht. Die Politik ist gefragt, das Töten der Turteltauben zu beenden und erforderliche Maßnahmen zum Schutz der Turteltauben zu ergreifen.

Foto: Pixabay

Denn die Jagd auf die Turteltaube hat dramatische Verluste zur Folge. In den letzten vierzig Jahren sind die Bestände in Deutschland um 90 Prozent gesunken. Turteltauben können bis zu 13 Jahre alt werden. Theoretisch, denn nur jeder vierte bis fünfte Jungvogel überlebt das erste Lebensjahr.

Foto: Pixabay

Auch die Angebote für Futter und Nistplätze sind rar, Pestizide vergiften die Nahrung, vernichten Wildkräuter, von deren Samen sich die Vögel ernähren. Der NABU versucht mit einer Unterschriftenaktion das Töten der Turteltauben zu unterbinden. Mehr dazu unter: www.nabu.de

Deutscher Tierschutzbund stellt Strafanzeige gegen LPT

Nun lässt der Deutsche Tierschutzbund rechtliche Schritte folgen, wie in einer Pressemitteilung vom 15. Oktober bekannt wurde.

Grausamer Umgang mit Versuchstieren am LPT

  • Deutscher Tierschutzbund stellt Strafanzeige und fordert Schließung des Labors
  • Politik muss umgehend handeln und EU-Vorgaben und Ausstiegsplan umsetzen

Angesichts der aktuellen Bilder aus dem Tierversuchslabor LPT (Laboratory Pharmacology and Toxicology), fordert der Deutsche Tierschutzbund dessen Schließung. Alle Versuche am LPT müssen aus Sicht der Tierschützer umgehend eingestellt werden. Der Deutsche Tierschutzbund wird zudem Strafanzeige wegen Tierquälerei stellen. In Richtung der verantwortlichen Politiker drängt der Verband auf die überfällige Behebung der Mängel bei der deutschen Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie. Ziel müsse jedoch der Ausstieg aus Tierversuchen sein.

„Wenn man diese entsetzlichen, kaum zu ertragenden Bilder sieht, kann und darf wirklich niemand mehr behaupten, wir hätten eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt und bei uns würden alle Vorgaben zu Tierversuchen vorbildlich eingehalten“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Dieser Fall macht auf erschreckende Weise deutlich, wozu die mangelhafte Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie in Deutschland führen kann. Die Bundesregierung muss sich das erklärte Ziel der EU auf die Fahnen schreiben: letztendlich müssen Tierversuche vollständig durch tierversuchsfreie Verfahren ersetzt werden. Alle Anstrengungen muss die Politik jetzt auf diesen Ausstieg konzentrieren.“

Barbarische Zustände im LPT

Das Erste zeigt die Undercover-Aufnahmen aus dem Labor heute Abend in der Sendung „FAKT“: Hunde liegen in ihrem eigenen Blut und verenden offensichtlich aufgrund von Vergiftungen durch Testsubstanzen. Ein „Tierpfleger“ schlägt einen Makaken mutwillig gegen einen Türrahmen. Andere Affen werden grob aus den Käfigen gezerrt und nach den Versuchen wieder hineingeworfen. Kristina Wagner, Leiterin des Referats für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund, sagt: „Der Umgang mit den Tieren ist brutal und barbarisch.“ Entsetzt zeigt sie sich auch darüber, dass die Versuche nicht abgebrochen und die schwer leidenden Tiere erlöst wurden. „Offenbar waren sie über lange Zeiträume und während der Nacht unbeaufsichtigt – ein Verstoß gegen die Vorgaben zur Pflege und zum Schutz der Tiere“, so Wagner. Auch dokumentieren die Bilder Verstöße gegen die Haltungsvorgaben: so waren die Käfige der Affen zu klein und enthielten weder Klettermöglichkeiten noch Beschäftigungsmaterial oder Verstecke für die Tiere.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert zudem, dass im Fall des LPT offensichtlich wird, was passieren kann, wenn Kontrollen durch die zuständige Behörde nicht in ausreichendem Maß und vor allem nicht ohne Vorankündigung stattfinden. Auch hatte das Personal offenbar nicht die in der EU-Tierversuchsrichtlinie vorgeschriebene Ausbildung bzw. Sachkunde für die Pflege von Versuchstieren, geschweige denn für die Durchführung von Tierversuchen – ein weiterer Mangel der deutschen Umsetzung der EU-Vorgaben.

Giftigkeitsprüfungen ohne Genehmigungsverfahren

Bei den vom LPT durchgeführten Versuchen handelt es sich um Giftigkeitsprüfungen zur Zulassung von Arzneimitteln, Chemikalien, Pflanzenschutzmitteln oder Schädlingsbekämpfungsmitteln, die noch immer gesetzlich vorgeschrieben sind – obwohl es bereits eine Reihe zuverlässiger und moderner tierversuchsfreier Verfahren gibt. Diese Tierversuche müssen der zuständigen Behörde in Deutschland lediglich angezeigt werden, aber kein Genehmigungsverfahren durchlaufen. Deutschland hat hier entgegen der EU-Vorgaben sogar eine stillschweigende Erlaubniserteilung eingeführt: Wenn die Behörde nicht innerhalb von 20 Arbeitstagen widerspricht, darf mit den Versuchen begonnen werden. Aus Tierschutzsicht wird so Tierleid billigend in Kauf genommen.

Quelle: Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund vom 15.Oktober 2019

Gewinnerlächeln

Mit der Deutschen Postcode Lotterie gewinnen alle

14.Oktober 2019

Brandenburg/Schönwalde-Glien  So sehen strahlende Gewinner aus. Letzten Samstag wurden die Gewinner der letzten Ziehung der Deutschen Postcode Lotterie im Brandenburgischen Schönwalde-Glien beglückwünscht. 300 000 Euro gewann ein junges Paar, dass gerade sein zweites Kind erwartet. Und noch mal 300 000 Euro wurden zwischen den Losbesitzern mit der gleichen Postleitzahl aufgeteilt. Warum die Meldung auf der Blauen Holzbiene erscheint? Weil 30 Prozent der Loseinnahmen an gemeinnützige Projekte aus der Region der Gewinner gehen. Dabei werden Projekte gefördert, die sich um Chancengleichheit, Natur- und Umweltschutz und den sozialen Zusammenhalt einsetzen. In Brandenburg gingen insgesamt mehr als 800 000 Euro in Projekte dieser Art. Und das obwohl in Deutschland erst seit 2016 mit der Postcode-Lotterie gespielt werden kann.

Foto: Silvia Passow
Strahlende Gewinner in Schönwalde-Glien

Profitiert hat von den Fördergeld zum Beispiel der ein Schutzprojekt für den Schreiadler in der Uckermark. Auch der Brandenburgische Kulturbund wurde für das gemeinschaftliche Gärtnern gefördert. Geflüchtete und finanzschwache Familien gehen bei dem Projekt gemeinsam ins Beet. Geackert wird auch in der GemüseAckerdemie mit Sitz in Potsdam. Hier möchte Sina Muster bei Kindern und Jugendlichen „die Wertschätzung für natürliche Lebensmittel steigern“, wie sie sagt. An 111 Schulen ist die GemüseAckerdemie bereits unterwegs.

Foto: Silvia Passow
Sina Muster von der GemüseAckerdemie im Gespräch mit Giuliano Lenz, Moderator der Deutschen Postcode Lotterie. Mit dabei: Die Stoffkarotte Orangela Mörkel

Mehr zur Deutschen Postcode Lotterie unter: www.postcode-lotterie.de

Die GemüseAckerdemie findet ihr unter: www.gemüseackeremie.de

En Brandenburgischen Kulturbund unter: www.brandenburgischen.kulturbund.de

Falkenseer Schüler unterstützen mit Benefiz-Konzert NABU-Projekt

Die Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums haben fast ein Viertel des Kaufpreises für ein Kormonran-Refugium eingespielt

Brandenburg/Falkensee.   „Wir wollen aktiv etwas für den Klima- und Naturschutz tun“, sagen Mayra Keil und Julia Seibt. Die beiden 16jährigen moderierten letzten Freitag ein Open-Air-Benefiz-Konzert auf dem Gelände des Lise-Meitner-Gymnasiums. „Durch uns Schüler ist Umweltschutz zum politisch relevanten Thema geworden“, sagen sie weiter. Keil und Seibt fordern, jeder könnte seinen Beitrag zu einem besseren Morgen leisten. Einmal die Woche auf den Fleischkonsum verzichten, einmal wöchentlich bewusst das Auto stehen lassen. „Ihre Kassenzettel, sind ihre Stimmzettel“, wenn es um fair gehandelte, regionale Produkte oder die Massentierhaltung geht, sagen sie. Keil und Seibt wollen mehr als Protest zeigen, sie wollen helfen und ihre Mitschüler unterstützen sie dabei.

Komm mit, ins Abenteuerland

Es gab klassisches für die Ohren von Haydn, modernen POP und eine Interpretation von Pur „Abenteuerland“, es wurde deutsch, englisch und französisch gesungen und gerappt bis kaum ein Fuß mehr stillstehen mochte. Und natürlich konnten dabei verbrauchte Kalorien umgehend nachgefüllt werden. Bratwurst, gegrillte Maiskolben, Zuckerwatte und Kuchen verkauften die Kids für den guten Zweck.

Eine bedeutende Kormoran-Kolonie soll Heimat finden

Friedhelm Schmitz-Jersch, Landeschef beim NABU (Naturschutzbund) Brandenburg erläuterte, welches Projekt die Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums mit dem Benefiz-Konzert unterstützen. Es geht um den Erwerb der Insel „Kleine Werl“ im Scharmützelsee. Auf der Insel leben Kormorane, fast 500 Brutpaare sind hier heimisch. Im gesamten Bundesgebiet leben rund 1100 Brutpaare, damit sind etwa die Hälfte der Bestände auf der 3000 qm großen Insel beheimatet. Schon einmal hatte der NABU die Insel kaufen wollen. 2017 wurde sie versteigert und ging für 40 000 Euro in Privatbesitz. Viel anfangen ließ sich mit der Insel nicht. Dem NABU wurde die Insel nun für einen Kaufpreis von 2800 Euro angeboten. Von der Aktion der Schüler ist Schmitz-Jersch: „Schwer beeindruckt.“ Und setzt hinzu: „Auch die Friday For Future- Aktionen sind sehr bewegend. Vor allen aber, sie laufen nun schon seit über einem Jahr. Das lässt nicht nach, das Engagement der Jugend ist beeindruckend.“

Foto: Pixabay

Die Kormoran-Insel

Auf der Insel fühlen sich die Kormorane sehr wohl, erklärt Schmitz-Jersch auf Nachfrage. Denn hier sind sie vor Waschbären sicher. Kormorane lieben es zu tauchen, erklärt der NABU-Chef weiter. Sie haben kein Fett, weshalb sie sehr gut und tief tauchen können. „Oft sieht man sie mit weit ausgebreiteten Flügeln auf den Bäumen sitzen. Dann trocknen sie“, erklärt Schmitz-Jersch.

Foto: Pixabay

Ein Viertel des Kaufpreises eingespielt

700 Euro haben die Schüler/innen des Lise-Meitner-Gymnasiums eingespielt. Das ist ordentlich. Schulleiter René Durdel sagt noch am Benefiz-Abend, wie sehr er sich über die rege Teilnahme freut. „Besonders gut finde ich, dass die Schüler sich ein ganz konkretes Projekt in der Region ausgesucht haben“, sagt er.

Pressemitteilung des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und des Mercator Research on Global Commons and Climate Change (MCC) mit Bewertung zum Klimapaket

14.Oktober 2019

Das Klimaschutzprogramm, das die Bundesregierung in der vergangenen Woche verabschiedet hat und welches die Treibhausgas-Emissionen vor allem in den großen Problembereichen Verkehr und Wärme begrenzen soll, ist für das Erreichen der Klimaziele 2030 aller Voraussicht nach nicht ausreichend. Die Politik muss vor allem an vier Punkten nachsteuern: Sie muss erstens das Ambitionsniveau beim CO2-Preis erhöhen, zweitens den sozialen Ausgleich verbessern, drittens die Überführung auf EU-Ebene weiter ausgestalten und viertens einen effektiven Monitoringprozess einführen. Das ist die Kernbotschaft einer ausführlichen Bewertung des Klimapakets, vorgelegt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und dem Berliner Klimaforschungsinstitut MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change).

Die Bewertung wurde erstellt von einem fünfköpfigen Autorenteam um PIK- und MCC-Direktor Ottmar Edenhofer. Das Team hatte im Juli die 100-seitige Expertise „Optionen für eine CO2-Preisreform“ verfasst, die Edenhofer dann in Gegenwart der Kanzlerin im Klimakabinett präsentierte. Die darin enthaltene Idee einer dreistufigen CO2-Bepreisung als einer Option (zunächst Fixpreis, dann nationaler Emissionshandel und schließlich Integration in den EU-Emissionshandel) wurde vom Prinzip her eins zu eins umgesetzt, allerdings von der Höhe her viel zaghafter als empfohlen, mit anfangs nur 10 Euro je Tonne CO2. Stattdessen hatte das PIK-MCC-Autorenteam einen Einstiegspreis von 50 Euro pro Tonne empfohlen.

„Das Klimapaket ist bestenfalls die Andeutung einer Richtungsänderung – aber diese ist noch nicht vollzogen“, sagt Edenhofer. „Es kommt nun darauf an, in den nächsten Schritten nachzusteuern, die CO2-Bepreisung zum Leitinstrument der Klimapolitik weiterzuentwickeln und den Preis auf ein schlagkräftiges Niveau anzuheben. Unser Papier liefert dazu fundierten Input. Eine wichtige Stellschraube ist das geplante – und im Augenblick noch zu kraftlos konzipierte – Monitoring durch einen unabhängigen Expertenrat.“

Tierleid in Laboren muss aufhören

Deutscher Tierschutzbund gibt Pressemittelung zu Zuständen in den LPT Laboren heraus

12. Oktober 2019

In einer Pressemitteilung vom 12. Oktober reagierte der Deutsche Tierschutzbund auf die gerade aufgedeckten Zustände aus dem Labor LPT (Laboratory Pharmacology and Toxicology). Die Tierrechtsorganisationen „Soko Tierschutz“ und „Cruelty Free“ hatten der Süddeutschen Zeitung und dem ARD-Magazin „Fakt“ Recherchematerial übergeben, dass auf erhebliche Missstände in den Laboren hinweist. Dazu Kristina Wagner, Leiterin des Referats für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund e.V.:

„Die verstörenden und grausamen Bilder spiegeln die entsetzliche und traurige Realität in vielen Tierversuchslaboren wider. Tiere werden unter Anwendung fraglicher Methoden zu den Versuchen gezwungen, sie leiden unter Schmerzen und Angst – und das alles für Versuche von sehr zweifelhaftem wissenschaftlichem Wert. Im dokumentierten Fall wurden die Tiere zudem viel zu spät von ihrem Leid erlöst – trotz bestehender Vorgaben für sogenannte Abbruchkriterien (humane endpoints), die hier ganz offensichtlich missachtet wurden. Auch die Pflicht, das Wohlergehen der Tiere ständig zu kontrollieren, wurde vernachlässigt. Scheinbar wurden die Tiere etwa nachts ihrem Schicksal überlassen, weil das Personal nur tagsüber Dienst hatte. Der aktuelle Fall macht erneut mehr als deutlich: Es braucht dringend eine Politik der Umkehr – weg von Versuchen an Tieren und hin zu alternativen, tierleidfreien Methoden. Der „Goldstandard Tierversuch“ glänzt schon lange nicht mehr. Das Tierleid in den Laboren muss endlich aufhören.“

Das ARD-Magazin Fakt wird am Dienstag, 15. Oktober um 21:45 Uhr über den Fall berichten.

Update, 14. Oktober

Über die Online-Plattform Change.org könnt ihr euch für die Schließung der LPT Labore einsetzen. Unter dem Titel “Kein Tier kommt lebend raus” sammelt Carolin Iding ab sofort Unterschriften.

Sie heißen nicht alle Maja

Gestatten, mein Name ist Holzbiene, Blaue Holzbiene

Oktober 2019

Von den rund 500 Wildbienenarten, die in Deutschland leben, ist sie nicht nur die Größte, sie ist auch zweifellos die Eindrucksvollste. Blau-Schwarz bis Violett schimmert ihr Panzer in der Sonne. Ein kleines Wunder der Natur, wie der etwa 3 Zentimeter lange Körper von den zart blau glänzenden Flügelchen durch die Luft getragen wird. Sie ist auf ihre Art sehr höflich und kündigt ihren Anflug mit einem ordentlichen Brummen an. Die Blaue Holzbiene lebt noch nicht lange in Deutschland und ist bereits auf dem Weg zum Star.

Foto: Carola Weidling

Der Sonne folgend

Die Blaue Holzbiene ist ein Sonnenanbeter, ihre Heimat ist der Mittelmeerraum. Seit einigen Jahren lassen sich Blaue Holzbienen auch in Deutschland beobachten. Sie wandern vom Süden kommen Richtung Norden. Die Blaue Holzbiene folgt der Wärme, der Sonne entgegen.

Totholz mit Leben füllen

Die Blaue Holzbiene gräbt in trockenes Holz bis zu 30 Zentimeter lange Gänge. Dort legt sie, nach der Paarung im Frühjahr, ein Ei und Proviant für den Nachwuchs ab. Morsche Zäune, aufgestapeltes Feuerholz, alte Baumstämme, alles prima, Hauptsache in sonniger Lage und das Holz ist unbehandelt. Die Holzverstecke dienen auch der Überwinterung. Anders als bei den meisten Wildbienenarten Überwintern bei den Blauen Holzbienen Weibchen und Männchen. Lippen,- Korb- und Schmetterlingsblütler sind ihre Lieblingsspeisen, beziehungsweise deren Pollen und Nektar. Wenn bei uns im Mai/Juni der Blauregen (Wisteria) blüht, surrt es darunter schon mal wie in einem Kraftwerk.

Scheue Einzelgängerin

Die Blaue Holzbiene bleibt eher für sich und lebt am Liebsten allein. Sie ist scheu und auch ein wenig ängstlich. Im Zweifel könnte sie stechen, die technische Möglichkeit, ein Stachel, wäre vorhanden. Davon macht sie allerdings nur höchst selten Gebrauch.