Ministerium zum Niedrigwasserstand

Presseinformation vom 18. August 2020

Extremes Niedrigwasser an Spree und Schwarzer Elster: Aktuelle Informationen der Ministerien von Sachsen und Brandenburg sowie der Berliner Senatsumweltverwaltung

Dresden, Cottbus und Berlin – Zu Wochenbeginn beriet bereits zum 23. Mal seit August 2018 in Cottbus die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Extremsituation“. Die bisher eingeleiteten Maßnahmen reichen nicht mehr aus, um den extrem angespannten Abflussverhältnissen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster zu begegnen. Die geringen Niederschläge der vergangenen Tage und Wochen haben nicht zur Verbesserung der extremen, bereits seit 2018 andauernden Niedrigwassersituation geführt. Sollte sich die Niederschlagssituation nicht verbessern, werden voraussichtlich spätestens ab Ende September mit Aufbrauchen der Speicherkapazitäten die Abflüsse im Spreegebiet teilweise zum Erliegen kommen.

Spree

Im Oberlauf der Spree und in den Zuflüssen auf sächsischem Gebiet hat sich die Niedrigwassersituation durch ausbleibende Niederschläge zugespitzt. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Flussabschnitte im Einzugsgebiet der Spree trockenfallen. Die Talsperre (TS) Bautzen ist aktuell noch zu 48 Prozent gefüllt und kann die Niedrigwasseraufhöhung der Spree noch fortführen. Ihre derzeitigen Zuflüsse sind auf einem historischen Tiefstand und betragen lediglich ein Fünftel vom Normalwert für den Monat August. Die Talsperre Quitzdorf kann nach wie vor kein Wasser bereitstellen. Im Speicherbecken Bärwalde stehen nur noch 13 Prozent des Speichervolumens zur Verfügung. Im Rahmen der operativen Bewirtschaftung ist es der Ad-hoc-AG „Extremsituation“ gelungen, weitere Kapazitäten aus dem Speicherbecken Lohsa I zu erschließen. Das noch verfügbare Speichervolumen der sächsischen Speicher kann voraussichtlich noch bis Ende September in geringem Maße zur Stützung der Abflüsse in der Spree verwendet werden.

Bereits seit 2018 führt die Landestalsperrenverwaltung Gespräche mit Fischereibetrieben als größten sächsischen Wassernutzern, um den notwendigen Wasserbedarf zur Bewirtschaftung der Teiche auf ein Minimum zu reduzieren, ohne dabei größeren Schaden zu verursachen.

Gisela Reetz, Staatssekretärin im sächsischen Umweltministerium: „Wir haben in den sächsischen Speichern deutlich weniger Wasser und die Situation spitzt sich zu. Deshalb gilt es kurzfristig, Wasser zu sparen. Zugleich zeigt die Lage, wie wichtig die gute und enge Zusammenarbeit mit Brandenburg und Berlin ist. Darüber hinaus ist das Wasserproblem in der Lausitz auch eine Folge des Braunkohlebergbaus. Klar ist, dass die Lösung dieses Problems nicht nur in der Verantwortung der betroffenen Länder liegen kann. Außerdem wird mehr als deutlich, wie dringlich wir den Klimawandel begrenzen müssen.“

Die aktuellen Abflüsse in der Spree waren schon lange nicht mehr so gering. Dabei machen die Sümpfungswässer des Bergbaubetreibers aktuell circa 60 Prozent des Gesamtabflusses der Spree in Spremberg kurz nach der Landesgrenze Sachsen/ Brandenburg aus. Einerseits sind die Sümpfungswässer langfristig betrachtet ein Teil des aktuellen Wassermengenproblems in der Lausitz. Aktuell wirken sie jedoch stabilisierend für den Abfluss der Spree und sind bei der zukünftigen Bewirtschaftung zu berücksichtigen.

Die Talsperre Spremberg erhielt in den vergangenen Wochen einen sehr niedrigen Zufluss von etwa sechs Kubikmeter pro Sekunde. Der Wasserstand der Talsperre Spremberg beträgt 90,19 Meter NHN (Normalhöhennull). Damit wurde das Absenkziel für Anfang September bereits jetzt unterschritten. Zur Schonung der Wasserreserve der Talsperre Spremberg wurde die Abgabe auf 6,6 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Die schnelle Abnahme des Wasserstandes konnte somit von vier Zentimeter pro Tag auf ein bis zwei Zentimeter pro Tag verringert werden. Zur Stützung des Unterpegels Leibsch am Ausgang des Spreewaldes waren im Gegenzug einschneidende Maßnahmen erforderlich. Im Spreewald wurden der Abfluss vorrangig auf die Hauptspree und im weiteren Verlauf auf den Puhlstrom verlagert und erste Schleusen in Richtung des Dahmeeinzugsgebiets geschlossen. Zahlreiche Ableiter im Spreewald mussten nach Abwägung aller Belange ebenfalls geschlossen werden. Dort ist für Anlieger ein einschneidender Wassermangel eingetreten.

Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Silvia Bender: „Die über mehrere Jahre andauernde Trockenheit zwingt uns nun zu den zum Teil einschneidenden Maßnahmen im Spreewaldgebiet. Die gute Zusammenarbeit in der länderübergreifenden Ad-hoc Expertengruppe bietet die fachliche Grundlage, angemessen auf die Extremsituation reagieren zu können. Die Anpassung an den Klimawandel – auch vor dem Hintergrund des Braunkohlenausstiegs- wird uns länderübergreifend auch in den nächsten Jahren besonders fordern. Für Brandenburg arbeiten wir zurzeit an einem Niedrigwasserkonzept – den Entwurf wollen wir dieses Jahr vorlegen.“

Zur Sicherung der Wasserstände und der Wasserbeschaffenheit in Berlin ist ein ausreichender Zufluss über Spree und Dahme erforderlich. Dieser ist aktuell mit circa drei bis vier Kubikmeter pro Sekunde bereits sehr niedrig. Die Berliner Wasserwerke fördern Rohwasser für die Trinkwasserversorgung der wachsenden Mehrmillionenmetropole überwiegend über Uferfiltrat aus Spree und Havel im Stadtgebiet.

Zur Stützung des Berliner Wasserhaushaltes wurden neben der Einführung von Sammelschleusungen zur Verringerung der Wasserverluste aus den Stauhaltungen auch sämtliche Wehre der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und des Landes Berlin geschlossen oder stark gedrosselt.

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz: „Die drei Bundesländer nehmen die Lage sehr ernst und arbeiten seit mehr als drei Jahren an der Bewältigung aktueller Herausforderungen eng zusammen. Für die Berliner Trinkwasserversorgung ist die Spree die wichtigste Versorgungsader. Auch wenn die Versorgung durch die jetzige Situation nicht gefährdet ist, wirft sie ein Schlaglicht auf die Herausforderung vor der wir stehen. Berlin bereitet sich darauf vor und arbeitet an einem Masterplan, um in den kommenden Jahrzehnten gewappnet zu sein. Dazu gehören auch Investitionen in die Wasserinfrastruktur zur Bewältigung extremer Wetterlagen, etwa in Wasser- und Pumpwerke sowie die Regenwasserbewirtschaftung. Die Auswirkungen des Klimawandels werden für unsere Metropole spürbar und mahnen zu engagiertem Handeln.”

Die Abflüsse im Spreegebiet gehen aktuell signifikant zurück. Bewirtschaftungstechnische Gegenmaßnahmen sind nahezu ausgeschöpft. Dennoch prüfen alle Beteiligten der Ad-hoc-AG weitere Möglichkeiten. Der sparsamste Umgang mit Wasser ist oberstes Gebot für alle Bürger/Innen und Nutzer.

Schwarze Elster

An der Schwarzen Elster ist die Situation bereits seit Anfang Juli zugespitzt. Ab Pegel Neuwiese (zwischen Hoyerswerda und Senftenberg) ist die Schwarze Elster trockengefallen.

Im Stadtgebiet von Senftenberg erfolgt die Stützung des Abflusses der Schwarzen Elster ausschließlich aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza. Die Bewirtschaftung des Senftenberger Sees (Speicherbecken Niemtsch) zur Niedrigwasseraufhöhung in der Schwarzen Elster ist nahezu eingestellt. Der aktuelle Wasserstand liegt bei 98,52 Meter NHN. Bei anhaltender Witterung fällt der Wasserstand um circa zwei bis drei Zentimeter pro Woche. Damit ist am See voraussichtlich vor Ende September nicht mit Nutzungseinschränkungen zu rechnen.

Aktuell beträgt der Abfluss am Pegel Biehlen etwa 0,4 Kubikmeter pro Sekunde und entspricht damit lediglich rund 20 Prozent des mittleren Abflusses im August.

Fazit

Die Trinkwasserversorgung in der Lausitz und in Berlin als wichtigste Daseinsvorsorge ist gesichert und funktioniert aktuell ohne Einschränkungen, wobei die Förderreserven zum Teil bereits stark in Anspruch genommen werden. Dabei liegt der aktuelle Wasserbedarf deutlich über dem langjährigen Mittel seit 2010. Einschränkungen für Teichwirtschaft, Tourismus, Gewässerökologie und Bürger sind bereits jetzt spürbar. Weitere einschneidende Auswirkungen in der Lausitz werden voraussichtlich spätestens im Oktober unausweichlich sein.

Die länderübergreifende Abstimmung in der Ad-hoc-AG „Extremsituation“ hat sich bewährt und bleibt auch künftig wichtigste Grundlage dafür, dass zu wenige Wasser zielorientiert und operativ zu bewirtschaften. Die anhaltende Situation macht, auch unter Berücksichtigung des vorzeitigen Kohleausstiegs und des Klimawandels, deutlich, wie wichtig ein nachhaltiges Wassermanagement als länderübergreifende Aufgabe ist. Die betroffenen Bundesländer und der Bund müssen hier zukünftig verstärkt zusammenarbeiten!

Gleichzeitig ist für Alle ein schonender und nachhaltiger Umgang mit der sehr knappen Ressource Wasser dringend geboten. Hier wird auf die in allen Landkreisen Sachsens und Brandenburgs im Spree- und Schwarze-Elster-Gebiet geltenden strikten Verbote zur Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern (Eigentümer- und Anliegergebrauch) hingewiesen. Verstöße können mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Umwelt- und Agrarministerium zur Ernte 2020

Presseinformation vom 18. August 2020

Landwirtschaftsminister Axel Vogel zu Ernteabschluss 2020:

Durchschnittliche Erträge im dritten Trockenjahr – Klimaanpassung in der Landwirtschaft wird immer wichtiger

Potsdam – Die Ernte von Getreide und Winterraps fällt im Anbaujahr 2019/2020 durchschnittlich aus – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Trockenjahren haben sich die Erträge allerdings deutlich erhöht. Bei mehreren Getreidesorten liegen diese im konventionellen wie im Öko-Landbau über dem fünfjährigen Mittel. Dennoch erschwerten die ausbleibenden Niederschläge auch in diesem Jahr den Anbau.

Agrarminister Axel Vogel: „Nach den beiden Vorjahren mit langen Trockenperioden und entsprechend niedrigen Erträgen können die Landwirtinnen und Landwirte in diesem Jahr zumindest auf durchschnittliche Erträge blicken. Wiederholte regionale Niederschläge sorgten nach zwei Extrem-Jahren für eine durchschnittliche Getreide- und Rapsernte. Ein Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Daher unterstützen wir die Landwirtinnen und Landwirte in Brandenburg bei den Anpassungen an den Klimawandel, bei der Ökologisierung der Landwirtschaft wie auch bei der Umstellung auf Ökolandbau.“

Noch die Aussaatbedingungen im Jahr 2019 ließen das dritte Jahr mit Ertragsverlusten befürchten. Die Folgen der extrem langen Trockenperiode, die praktisch von Frühjahr/Sommer bis in den September andauerte, erschwerten Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung. Dazu kam das seit 2018 anhaltende große Bodenwasserdefizit. Ab Ende September/Anfang Oktober setzten die ersehnten Niederschläge ein. Sie kamen vielerorts rechtzeitig für einen ausreichenden Feldaufgang. Der warme Herbst und anhaltend milde Wintertemperaturen sorgten für eine gute Entwicklung der Kulturen. Obwohl es auch in Frühjahr 2020 von April bis Mitte Mai zu trocken war, blieben die Bestände dank geringerer Verdunstungsraten vor starken Trockenschäden bewahrt. In der zweiten Maihälfte bis Mitte Juli erhöhten sich die Niederschlagsmengen und sorgten für gute Kornfüllung und Korngröße. Davon profitierten alle Getreidekulturen – sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau.

Für den Obst- und Gemüseanbau gestaltet sich das laufende Jahr insgesamt schwierig. Die Spätfröste im Frühjahr führten zu Ertragsverlusten in fast allen Obstkulturen und auch bei Gurken. Bereits 2019 erlitten viele Betriebe durch Frostschäden erhebliche Einbußen. Die Unterstützung der Obstbauern für das vergangene Jahr hatte Agrarminister Axel Vogel bereits Ende 2019 auf den Weg gebracht. Mit 3,1 Millionen Euro konnte den Betrieben geholfen werden.

Nicht nur in Kirschen, in fast allen Weichobstkulturen, hat im Anbaujahr 2019/2020 die Kirschessigfliege dafür gesorgt, dass ganze Partien nicht mehr marktfähig waren.

Die Gemüseernte war beispielsweise bei Spargel und Gurken auch stark durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst.Etwa 20 Prozent der Spargelflächen des Landes wurden in dieser Saison nicht beerntet. Ein Grund dafür waren nicht verfügbare Arbeitskräfte, aber auch eingeschränkte Absatzwege: Durch die Schließungen von Gaststätten fehlte eine wichtige Absatzquelle für die Betriebe. Dazu kam in allen Bereichen des Obst- und Gemüseanbaus der zusätzliche Kostendruck durch die höheren Hygieneauflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Hier unterstützte das Ministerium die Brandenburger Betriebe, die durch Corona in Existenznot geraten sind, mit insgesamt fast 6 Millionen Euro durch ein landeseigenes Soforthilfeprogramm.

Trotz höherer Niederschläge in diesem Jahr bewirkten diese keine Verringerung des weiter bestehenden Bodenwasserdefizits, was die Landwirtschaft auch in den kommenden Jahren vor Herausforderungen stellen wird. Die extreme Trockenheit der letzten Jahre und auch die aktuelle anhaltende Trocken- und Hitzeperiode zeugen eindrücklich von den sich ändernden Klimabedingungen, auf die sich Landwirtschaft und Gartenbau-Unternehmen einstellen müssen.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz unterstützt daher auch mit Förderprogrammen der Europäischen Union eine Reihe von Vorhaben:

So arbeitet das Projekt „Steuerung des Zusatzwassereinsatzes in der Pflanzenproduktion (Precision Irrigation)“ der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP) daran, eine teilflächenspezifische und jederzeit bedarfsgerechte Präzisions-Bewässerung zu entwickeln. Dafür wird der aktuelle Wasserversorgungszustand der Pflanzen mit Hilfe von Wärmebildkameras, die an Drohnen montiert werden, oder mit Hilfe von Thermaldaten, die von Satelliten aufgenommen wurden, ermittelt. Diese Daten fließen in Evapotranspirationskarten ein. Als Ergebnis sollen situativ und automatisch gesteuerte Bewässerungsanlagen entwickelt werden und ein darauf abgestimmtes Bewässerungsmanagement entstehen.

Auch im Obstbau wird an der Verbesserung der Wassernutzungseffizienz durch ein internetgestütztes Informations- und Beratungssystem gearbeitet. Ziel des EIP-Projektes „Aqua C+“ ist es, durch die Optimierung der Steuerung von Bewässerungsanlagen deren Wassernutzungseffizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Der Wasserbedarf der Bäume wird in den Phasen der Pflanzenentwicklung und speziell der Fruchtentwicklung erfasst.

Ein weiteres EIP-Projekt mit der Bezeichnung „Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege (MoPlaSa)“ entwickelt eine modulare Pflanzenschutzstrategie zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege im Bioanbau. Dazu sollen verschiedene nicht-chemische Einzelmaßnahmen im Baukastenprinzip zu einer Gesamtstrategie verbunden werden. Die Maßnahmen umfassen verschiedene Fallen, mechanische Bodenbearbeitungen, Barrieren, Makro- und Mikroorganismen wie Nützlinge und insektenpathogene Pilze, die Betrachtung der Sortenauswahl und mobile Hühnerhaltung. Dieses Prinzip ermöglicht jedem Anbauer betriebsangepasste Bekämpfungsmaßnahmen zu kombinieren.

Hintergrund:

In Brandenburg wuchs im Anbaujahr 2019/2020 auf etwa 443.000 Hektar Getreide und 77.700 Hektar Winterraps im konventionellen Anbau und circa 40.000 Hektar Getreide im ökologischen Anbau. Die Anbaufläche von Getreide im konventionellen Anbau ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Der Rückgang ist in allen Kulturen aber am deutlichsten im Winterweizen mit etwa 20.000 Hektar geringerer Anbaufläche spürbar. Dagegen haben sich die Anbaufläche von Getreide im ökologischen Anbau leicht positiv entwickelt: Laut den Agrarförderanträgen (Meldung bis zum 10.08.2020) im Vergleich zu 2019 (Stand 14.10.2019) von insgesamt 38.622 Hektar auf 40.109 Hektar um 1.478 Hektar.

Die Anbaufläche von Sommerhafer hat um 2.367 Hektar (31,88 Prozent), die von Dinkel um 329 Hektar (15,39 Prozent) zugenommen. Die Anbaufläche von Winterroggen verringerte sich hingegen um 2322 Hektar (9,88 Prozent). Winterweizen wurde im Vergleich zu 2019 auf 4773 Hektar angebaut. Das entspricht einem Zuwachs von 1059 Hektar (28,51 Prozent). Die Anbaufläche von Sommergerste blieb mit 1899 Hektar im Vergleich zu 2019 (1845 Hektar) nahezu gleich. Die Ernte der Kulturen ist abgeschlossen.

Deutscher Tierschutzbund zur geplanten Hundeverordnung

Pressemitteilung vom 17.Agust 2020

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner plant, die Tierschutz-Hundeverordnung anzupassen. Der Entwurf beinhaltet unter anderem konkretere Regeln zu Auslauf und Betreuung der Tiere sowie Verbote der Anbindehaltung und der Ausstellung von Qualzuchten. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, kommentiert:

„Ein Hund braucht seinen Bedürfnissen entsprechend täglich Bewegung im Freien und seine Sozialkontakte. Wir begrüßen, dass es dazu nun konkretere Vorgaben gibt. Bei allem Guten, der letzte Mut fehlt aber noch in diesem Verordnungsvorschlag.

Wer Hunde schützen will, der sollte Halter auch zur Kennzeichnung und Registrierung des Vierbeiners verpflichten. Das fehlt uns noch in dem Entwurf. Das gilt auch für Vorgaben zur artgerechten Erziehung und zu tiergerechten Ausbildungsmethoden von Hunden, die dringend nötig sind. Zudem braucht es eine verpflichtende Sachkunde, die zukünftige Hundehalter vor der Anschaffung eines Hundes nachweisen müssen. Auch das Verbot der Ausstellung von Qualzuchten reicht nicht, solange der Qualzuchtbegriff im Tierschutzgesetz nicht konkretisiert ist.

Die Verordnung ist also kein Hundeschutz-Rundum-Sorglos-Paket, aber es geht in die richtige Richtung. Unsere ausführliche Stellungnahme zu diesem Entwurf liegt dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vor – wir bleiben dran!“